Ein Kommentar. Das Tierleid in unserem Land ist unermesslich groß, doch es findet zumeist hinter verschlossenen Türen statt. Aus der Fleischwirtschaft ist eine unerbittliche Industrie geworden, die Tiere zu Rohstoffen degradiert und noch dazu der Umwelt schadet. Die Idee der Politik: Fleisch muss mit höheren Steuern belegt werden, damit die Menschen weniger davon essen. Die daraus generierten Einnahmen könnte man ja für den Tierschutz nutzen. Doch dieses Konzept klingt eher mäßig gut – wenn überhaupt.


Kühe genießen es, draußen auf der Weide zu sein.

Massentierhaltung und Langstrecken-Transporte untersagen

Es ist ganz ähnlich wie mit der CO2-Steuer: Um Ziele, gleich welcher Art, zu erreichen, müssen einfach nur die Steuern erhöht werden und schon lösen sich die Probleme von selbst. Das scheint zumindest ein grundlegender politischer Konsens zu sein. Also setzen wir doch einfach die Mehrwertsteuer von Fleischprodukten von bislang 7 % auf 19 % rauf, dann vergeht den meisten Deutschen schon der Appetit. Doch zuerst einmal handelt es sich um eine wirklich moderate Preiserhöhung, denn der Grundpreis von Fleisch ist in den meisten Fällen nicht besonders hoch. Und zweitens gibt es eine viel bessere Lösung, um Nutztiere zu schützen und den Fleischkonsum zu regulieren: das Verbot der Massentierhaltung – und gleich dazu noch das Untersagen von Tiertransporten auf langer Strecke.

Wir exportieren unser Billigfleisch sogar nach Afrika

Die bisherigen Agrarsubventionen ermöglichen es der Fleischindustrie gerade auf Steuerzahlerkosten, billige Steaks und Würstchen in Massen auf den Markt zu werfen. Das Ergebnis ist, dass wir sogar Billigfleisch nach Afrika exportieren und damit den dortigen Viehzüchtern das Wasser abgraben. Mit einer weiteren Steuer werden eben keine Probleme gelöst, sondern nur das Staatssäckle gefüllt. Gäbe es ein generelles Gesetz gegen Massentierhaltung und quälende Tiertransporte – und gegen die Einfuhr derart erzeugten Fleisches – so wäre den Tieren und der Umwelt viel mehr geholfen. Und auf unseren Tisch käme nur noch Qualitätsfleisch, das dann natürlich auch seinen Preis hat. Die Fleischfreunde würden schlussendlich den tatsächlichen Wert ihres Sonntagsbratens und der Grillkoteletts bezahlen und ein großer Teil der Monobewirtschaftung wäre schnell überflüssig. Inklusive der viel zu hohen Pestizid- und Antibiotikanutzung.


Quelle: zeit.de

 

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

3 Kommentare

  1. Tobi

    11. August 2019 at 01:06

    Schlußendlich spielt das Tierwohl auch wieder nur untergeordnet eine Rolle und es soll wieder dem Steuerzahler Geld aus den Taschen gezogen werden.

  2. blackcrack

    11. August 2019 at 13:34

    von wegen exportieren, genau, warum bleiben unsere Produkte nicht in unserem Land ,
    danit wir selber davon Profitieren und so selbst weiterentwickeln können, hier am Thema Fleisch , das nur ein Thema ist, sieht man es am besten.. Das fleisch wird billig exportiert und dann sollen wir noch für Ausländisches Fleisch zahlen, das dann sogar noch teurer uns dann wieder Verkauft wird. Und Unser Fleisch dann billig verkauft wird in’s Ausland … weil wir im grunde überproduzieren können, wenn man unsere Wiesen anschaut, die im Grunde immergrün sind und somit perfekter Nährboden für eine Fleischproduction sind auf dem Land.. Die Bauern arbeiten mit Silos und gehen alle zwei drei Monate Mähen.. Der Witz ist ja, weshalb es immer weniger Bauern gibt, es braucht heut zu tage schon Kaufmannswissen um einen Hof überhaupt halten zu können und die Kosten nicht einem hier in Deutschland über den Kopf wachsen (was auch die Kinder/Nachkommen der Bauern sehen), deshalb geben ja eigentlich immer mehr Gehöfte auf, weil Bauern , selbst wenn sie Essen produzieren, nicht mehr wirklich was damit verdienen können. Wenn auf bäuerliche Produkte kaum noch Mehrwertsteuer gelegt werden würde, die direkt vom Hof abverkauft werden würde (also so 4-6 % auf alles innerhalb eines Hofsverkaufs) damit Die Bauern auch preiswerter Ihrer Waren anbieten könnten und diese Waren bei Aldi, Liedl und Co. rausfallen würden in Sortiment, dann würde sich Baurerrei wieder richtig lohnen..

  3. Elmar N.

    12. August 2019 at 18:27

    Laut Umfragen möchten viele deutsche Verbraucher doch am besten Fleisch aus artgerechter Haltung. Immer dann wenn ich mich mit jemanden unterhalte, isst er ganz wenig Fleisch und fast immer vom Fleischer nebenan oder aus besonders artgerechter Haltung. Anscheinend habe ich das Glück immer mit den richtigen 3 % der Verbraucher zu reden! Nun sind etwa 70% (eine Wahnsinns Zahl) der weltweiten Ackerflächen für den Futteranbau für die intensiv gezüchteten Tiere belegt. Ich findet den Vorschlag aus dem Artikel recht gut. Fleisch aus wirklich artgerechter Haltung kostet dann einfach deutlich mehr und man überlegt sich ob es täglich 5x Fleisch / tierische Produkte sein müssen, oder vielleicht nur der Sonntagsbraten, den man dann auch noch auf isst und nicht die hälfte weg wirft. Millionen Tiere müssten nicht geboren werden um qualvoll auf ihren Tod zu warten. Nur noch deutlich weniger die dann allerdings auch noch ihr Leben für einen fragwürdigen kurzen Moment des Genusses lassen müssen. Ich wurde vor drei Jahren, als mir der Irrsinn unseres Fleisch/tierische Produkte Konsum erstmals wirklich bewusst wurde, zum Veganer. Direkt vom blutigen Steak zur Verweigerung von Leid und Qual und zur Reduktion der Ressourcenverschwendung. Direkt von von über 40 Jahren Gewohnheit und der: das ist halt so Mentalität, zu einem Leben in dem man sagen kann für mich muss möglichst wenig Leid stattfinden und die Ressourcen unserer Erde schone ich damit ganz nebenbei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.