Die französische Regierung versucht aktuell die Mittel innerhalb des Gesundheitssystems umzuschichten. So sollen unnötige Ausgaben eingespart werden, um das Geld an sinnvolleren Stellen zu investieren. An Ideen für zusätzliche Ausgaben mangelt es dabei nicht. So sollen beispielsweise 70 Millionen Euro ausgegeben werden, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser besser auszustatten. Schwieriger ist es hingegen, Stellen zu finden, an denen gespart werden kann. Eine Untersuchung der obersten Gesundheitsbehörde HAS lieferte nun aber einen möglichen Ansatz. Denn die Experten dort stellten fest: Bei homöopathischen Mitteln ist keine medizinische Wirkung nachzuweisen. Dennoch übernahmen die französischen Krankenkassen bisher 30 Prozent der Kosten für die kleinen Globuli. Damit soll nun aber Schluss sein.


Der weltgrößte Globuli-Hersteller sitzt in Frankreich

So gab die amtierende Gesundheitsministerin Agnès Buzyn bekannt, dass die Kostenübernahme im nächsten Jahr auf 15 Prozent sinken soll. Ein Jahr später wird sie dann vollkommen gestrichen. Damit setzt sich eine bereits seit mehreren Jahren voranschreitende Entwicklung fort. Denn in der Vergangenheit übernahmen die Kassen auch schon einmal 65 Prozent der Kosten. Durch die nun angestrebte vollständige Abschaffung erhofft sich die Regierung Einsparungen in Höhe von 170 Millionen Euro. Für die Hersteller der Globuli ist dies ein schwerer Schlag. Denn Frankreich ist in Europa der mit Abstand wichtigste Markt: Hier fallen rund ein Drittel der europäischen Umsätze an. Mit der Firma Boiron hat auch der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller seinen Sitz in Frankreich.


In Großbritannien werden die Kosten schon länger nicht mehr erstattet

Ein Blick über den Kanal nach Großbritannien zeigt, welche Auswirkungen die Entscheidung der französischen Regierung haben könnte. Dort müssen die Kunden die Kosten schon seit rund zwei Jahren vollständig selbst tragen. Seitdem ist der Markt für Globuli beinahe vollständig zusammengebrochen. Dementsprechend ist der Aktienkurs von Boiron auch bereits um mehr als ein Drittel gefallen, seit die ersten Pläne für ein Ende der Kostenerstattung bekannt wurden. Das Unternehmen hat daher eine Protestkampagne gestartet, mehr als eine Millionen Unterschriften gegen die geplante Änderung gesammelt und droht mit dem Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen. Bisher zeigte sich die Regierung davon aber unbeeindruckt.

Via: Wiwo

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