In den letzten 2,5 Millionen Jahren wechselten sich Warm- und Eiszeiten auf der Erde in einem vergleichsweise festen Zyklus ab. Doch dieser Mechanismus wurde inzwischen durch zahlreiche menschliche Aktivitäten außer Kraft gesetzt. Selbst wenn es also gelingen sollte, den Klimawandel unter Kontrolle zu bringen, würden sich die Temperaturen auf einem höheren Niveau als in der Vergangenheit einpendeln. Eine neue Studie von Klimaexperten kommt nun aber zu einem noch viel erschreckenderen Befund: Demnach könnte nicht nur die nächste Eiszeit auf der Erde ausfallen, sondern es droht sogar eine dauerhafte und nicht mehr umkehrbare Heißzeit. Diese könnte zur Folge haben, dass weite Teile der Erde für Menschen so gut wie unbewohnbar würden.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Kettenreaktionen können oftmals nur schwer wieder gestoppt werden

Allerdings stellten die Forscher, zu denen auch die renommierten deutschen Experten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung gehörten, lediglich ein mögliches Szenario dar. Wie wahrscheinlich eine solche Entwicklung ist, prognostizierten sie hingegen nicht. Die Studie verweist aber auf einen wichtigen Aspekt: Sogenannte Rückkopplungsprozesse. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um Prozesse, die schon bei einer vergleichsweise geringen Erderwärmung in Gang gesetzt werden – und dann ohne weiteres menschliches zutun den Klimawandel beschleunigen. Ein Beispiel: Schmilzt Eis in der Arktis werden dadurch mehr dunkle Flächen frei, die zusätzliche Sonnenstrahlung aufnehmen. Dadurch beschleunigt sich dann wiederum die Eisschmelze weiter. Das so freigesetzte Süßwasser gelangt in die Ozeane und kann dort zu Veränderungen der Meeresströmungen führen. Ab einem bestimmten Punkt lassen sich solche Kettenreaktionen nur noch sehr schwer stoppen.

Die Forschungsarbeit muss noch weiter intensiviert werden

Sie sind allerdings auch extrem kompliziert vorherzusagen, weil mit vielen verschiedenen Variablen kalkuliert werden muss. Die hinter der jetzt veröffentlichten Studie stehenden Wissenschaftler appellieren daher auch an die Weltgemeinschaft, die Forschung in diesem Bereich deutlich zu verstärken. So ließen sich die möglichen Folgen des Klimawandels besser abschätzen. Gleichzeitig wird aber auch betont, dass die bisher getätigten Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen weiter verstärkt werden müssen. Denn klar ist: Je stärker die Erwärmung begrenzt werden kann, desto weniger komplexe Kettenreaktionen werden auch gestartet. Gleichzeitig muss der Schutz von Regenwäldern und Ozeanen verstärkt werden, weil diese wie eine Art natürlicher CO2-Speicher wirken. Noch kann der Mensch also die Wahrscheinlichkeit einer lang anhaltenden Heißzeit zumindest deutlich verringern.


Via: BBC

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