Im April dieses Jahres wurde das Weltraumteleskop Hubble 25 Jahre alt. Wir verdanken ihm spektakuläre Bilder und wertvolle Erkenntnisse über das All und fremde Himmelskörper. Aber auch Erfolg währt nicht ewig. Mit der Einstellung des Spaceshuttle-Programms hat die NASA auch die Servicemissionen für Hubble eingestellt, und in den nächsten Jahren wird das Weltraumteleskop in der Erdatmosphäre verglühen. Mit dem James Webb Space Telescope, das momentan in den USA gebaut wird, steht auch schon ein Nachfolger fest. Jedoch gibt es jetzt Pläne zur Rettung von Hubble.Diese soll von privater Hand finanziert werden.


Hubble soll in der Erdatmosphäre verglühen

Der Astronomie-Community käme eine Rettung von Hubble sehr recht. Schon länger plädieren Astronomen weltweit darauf, das Wunderwerk der Ingenieurskunst nicht einfach in der Erdatmosphäre verglühen zu lassen. Wenn nichts unternommen wird, sind die Tage von Hubble Anfang der 2020er Jahre gezählt, wenn das Teleskop nicht wieder auf eine höhere Umlaufbahn angehoben wird. Derartige Vorgänge sind für Objekte im Orbit um die Erde normal, auch die Internationale Raumstation ISS muss von Zeit zu Zeit angehoben werden. Ein Vorgang, den weder die ISS noch Hubble allein bewerkstelligen können.

2009 startete die NASA zur fünften und letzten Servicemission für das Weltraumteleskop. In fünf Weltraumspaziergängen tauschten die Astronauten des Spaceshuttles Atlantis Kameras und andere Instrumente.


Kein Geld für eine Reparatur

Hubble ist trotz seines Alters noch komplett ausgebucht. Beobachtungszeit mit dem Teleskop zu bekommen ist nahezu eine unmögliche Mission. Das wird sich wahrscheinlich auch mit dem James Webb Space Telescope nicht ändern. Eine Reparatur von Hubble könne mit einem beliebigen Raumfahrzeug durchgeführt werden, so der amerikanische Politiker Tim Kyger, der sowohl bei der NASA als auch beim Unterausschusses für Wissenschaft, Technologie und Weltraum des amerikanischen Senats tätig war.

Auch Raumfahrzeuge wie die Dragon-Kapseln von SpaceX oder der Dream Chaser der Sierra Nevada Corperation könnten in den kommenden Jahren eine solche Reparatur durchführen. Das Problem ist die Finanzierung. Die NASA hat – trotz ihres gewaltigen Budgets – kein Geld für die Rettung von Hubble. Stattdessen möchte sie mit dem James Webb Space Telescope für Ersatz sorgen. Dass dies das Ende von Hubble bedeuten würde, steht bereits seit Beginn der Planungsphase vor 20 Jahren fest.

Dabei sind die beiden Teleskope durchaus anders aufgebaut. Das James Webb Teleskop operiert im Bereich des Infrarot-Lichts und kann so keine naturgetreuen Aufnahmen ferner Galaxien liefern.

SpaceX vs. Sierra Nevada Corporation

Sowohl SpaceX als auch die Sierra Nevada Corporation sind nun hellhörig geworden. Die beiden Unternehmen konkurrieren um Aufträge der Nasa zum Personen- und zum Lastentransport zur Internationalen Raumstation. Dabei hat SpaceX die Nase vorne, in zwei Jahren will die NASA an Bord der Dragon-Kapseln Astronauten ins All schießen. Aber auch Sierra Nevada hofft auf lukrative Aufträge. Eine Wartungsmission für Hubble käme beiden Unternehmen gelegen.

Wenn sie es tun, dann mit eigenen finanziellen Mitteln .Und um zu zeigen, dass sie so etwas können. Und weil es einfach cool wäre”, so Kyger. Doch um Hubble zu erreichen, müsste die Dragon-Kapsel so hoch fliegen wie nie zuvor. Hubble ist fast doppelt so weit von der Erde entfernt wie die ISS und liegt aktuell nicht innerhalb der Reichweite von SpaceX. Außerdem fehlt den Dragon-Kapseln sowohl der für die Mission benötigte Stauraum als auch eine Außenschleuse für die Reparaturen.

Der Dream Chase von Sierra Nevada kann solche Höhen erreichen. “Wir werden unseren ‘Dream Chaser’ am Heck um eine Luftschleuse erweitert”, erklärte Mark Sirangelo, der Vizepräsident der Sierra Nevada Corporation. Laut Sirangelo könnte die Hubble-Mission ganz vorne im Flugplan des Dreamchasers stehen, der nächstes Jahr seinen Jungfernflug durchführt. Voraussetzung ist, dass die NASA einer solchen Mission zustimmt.

Egal, welches der Unternehmen letztlich das Rennen macht: Für die Wissenschaft wäre die Rettung von Hubble auf jeden Fall eine gute Nachricht.

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