Plastikmüll belastet die Umwelt und die Weltmeere. Es dauert oft Jahrzehnte, bis die Tüten sich zersetzen. Ein Problem in den Städten stellen auch einfach im Gebüsch oder am Straßenrand entsorgte Hundekotbeutel dar. Die Tüten sind eigentlich dafür gedacht, den Hundekot ordnungsgemäß zu entsorgen. Während der Kot wenigstens noch in der Tüte landet, wird diese jedoch oftmals aus Faulheit, wieder schnell im Freien entsorgt. Den Gang zum 20 Meter entfernten Mülleimer, scheut ein anscheinend nicht unwesentlicher Teil „gewissenhafter“ Hundebesitzer regelmäßig. Zusammen mit einer Schweizer Firma entwickelte der Student Arne Krämer Hundekotbeutel aus umweltfreundlichem und schnell zersetzendem Biokunststoff. Die Beutel stellen eine sinnvolle ökologische Alternative zu den konventionellen Plastikbeuteln dar.


Wenn schon weggeworfen, dann wenigstens ökologisch

Deutsche Städte und Kommunen geben im Jahr ca. 200 Millionen Hundekotbeutel aus, während einige Städte in Deutschland die Vision einer „plastikfreien Stadt“ haben. Als gutes Beispiel geht hier unter andere Flensburg voran. Mehrheitlich wurde jüngst beschlossen, dass die Stadt zeitnah plastikfrei werden soll. Zunächst konzentrieren sich die Bestrebungen der Plastikfreiheit jedoch nur auf den Einzelhandel. Hier sollen die günstigen Plastiktüten bald der Vergangenheit angehören. Die ebenfalls jedoch nicht unwesentliche Anzahl der Hundekotbeutel, die zu tausende mutwillig in die Umwelt geworfen werden, haben die Gremien noch nicht auf dem Schirm. Wie wichtig es ist jedoch auch hier alternative Möglichkeiten zu finden, hat Arne Krämer im Rahmen seiner Bachelorarbeit ausführlich untersucht. Vor knapp 1,5 Jahren wurden daraufhin bezahlbare biologisch abbaubare Hundekotbeutel zusammen mit der Folag AG für den Städtebedarf entwickelt. Der Erfinder der Biokunststoffbeutel hält dabei fest, dass die Beutel aus Sicherheitsgründen nicht wasserlöslich sind. Vielmehr sorgen im Boden vorhandene Mikroorganismen für den schnellen Abbau und die Zersetzung.


 

Biotüten und Poop Maps

Die Hundekotbeutel aus Biokunststoff sind nur ein Ansatz, der zur zukünftigen Entlastung der Umwelt beitragen soll. Im Optimalfall landen die Hundekotbeutel gar nicht erst in der Umwelt, sondern im Müll. Daher hob sich der Student ein zweites spannendes Thema für die Masterarbeit auf. Mit einem ergänzenden Projekt möchte Arne Krämer auch das Problembewusstsein der Menschen stärken. Interessant ist dabei der Ansatz, dass der einzelne Hundehalter vermutlich wenigGedanken über das Gesamtproblem macht, wenn er still und heimlich die Tüte im Gebüsch entsorgt. Eine online einsehbare Karte veranschaulicht jedoch sehr, wie viele Beutel mancherorts in die Umwelt gelangen. „Jede Kommune kann sich kostenlos an diesem Projekt beteiligen (jede Privatperson natürlich auch).“, berichtet Krämer. Die auf Wiesen im Gebüsch und entlang von Flüssen entsorgten Hundekot-Plastiktüten werden anhand von Fotos mittels GPS-Daten auf der Karte verzeichnet.

Poob Map Hamburg (Markierungen stellen weggeworfene Hundekotbeutel dar)

Wie viele Hundekotbeutel allein in einem recht kleinen Grünstreifen-Abschnitt ausfindig gemacht werden können, zeigt eine Reportage des NDR, die wir in diesem Zusammenhang sehr empfehlen können. Die erwähnte Karte, die das Ausmaß der Umweltbelastungen ziemlich gut darstellt, wurde liebevoll Poop Map genannt und ist auf der gleichnamigen Website abrufbar. Empfehlenswert ist der Blick auf die Hamburger Karte. Weitere Informationen zu diesem tollen Umweltprojekt und den Zersetzungsprozess der Biokotbeutel, findet ihr auf der Website von Arne Krämer.

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