Ähnlich wie Autoscooter auf der Kirmes, O-Busse und Bahnen sollen Lkw künftig per Oberleitung mit Strom versorgt werden. 2017 soll das erste Teilstück in Deutschland fertig gestellt werden. Welche Autobahn es ist steht noch nicht fest. Das Bundesumweltministerium wirkt aber wild entschlossen, den Zeitplan einzuhalten.


Hybrid LKW sind ein wichtiger Zwischenschritt zu E-Lastern

Die Lkw, die Stromabnehmer ausfahren können, um in Kontakt mit der Oberleitung zu kommen, haben die schwedischen Hersteller Scania und Volvo sowie der amerikanische Produzent Mack bereits für Teststrecken in Kalifornien und Deutschland entwickelt. Sie sind mit einem herkömmlichen Dieselmotor und einem zusätzlichen Elektroantrieb ausgestattet. Nähern sie sich einem Teilstück, das elektrifiziert ist, fahren sie selbstständig die Stromabnehmer aus. Stellmotoren sorgen dafür, dass sie die beiden Leitungen genau treffen, damit es keinen Kurzschluss gibt. Bummelt vor ihm ein betagter Transporter mit geringer Leistung, kann der Fahrer die Stromabnehmer einfahren. Dann schaltet sich der Dieselmotor ein – es kann auch ein Erdgasantrieb sein – und der Fahrer lenkt seinen Lkw auf die Überholspur. Nach dem Wiedereinscheren fahren die Stromabnehmer wieder aus.


Schweden wird vermutlich schneller sein. Siemens, das die Teststrecken in den USA und nördlich von Berlin betreibt, rüstet derzeit einen zwei Kilometer langen Abschnitt der Autobahn E16 nördlich von Stockholm mit einer Oberleitung aus. Der Fahrstreifen soll sowohl von herkömmlichen Fahrzeugen als auch von Lkw mit Stromabnehmer befahren werden können, ebenso wie das in Deutschland geplante Teilstück. Dessen Bau soll ausgeschrieben werden.

„Der Hybrid ist der erste Schritt auf dem Weg zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, die eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung des nachhaltigen Güterverkehrs spielen“, sagt Roland Edel, Technologiechef der Mobilitätssparte von Siemens. Weil der Lkw-Verkehr vor allem im Transitland Deutschland noch massiv zunimmt, sind Lösungen nötig, die die Emissionen reduzieren. Elektro-Lkw sind ideal, ohne Oberleitung aber nicht konkurrenzfähig. Die Batterien würden die Zuladung drastisch verkleinern. Zudem kann sich kein Spediteur stundenlange Pausen leisten, in denen die Akkus geladen werden. Elektrofahrzeuge fahren emissionsfrei, und mit zunehmender Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen entstehen auch anderswo keine Schadstoffe, die die Umwelt belasten.

eHighway Pilotstrecke im Video

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1 Kommentar

  1. Robert G. Schadt

    21. November 2015 at 13:09

    Na ja – so neu ist das auch nicht – in den Nachkriegsjahren bis in die 50.er fuhren Autobusse im Raum Darmstadt mit E Motoren und Oberleitungen.

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