Die Sharing Economy ist weltweit immer stärker auf dem Vormarsch. Am deutlichsten wird dies im Bereich der Streaming-Dienste. Nicht umsonst kündigten mit Apple und Disney zuletzt gleich zwei Schwergewichte neue Streamingplattformen an. Auch die in vielen deutschen Städten neuerdings zu findenden E-Scooter werden geteilt und nicht gekauft. Da verwundert es nicht, dass auch das Carsharing lange als potentielle Boombranche gehandelt wurde. Tatsächlich gibt es inzwischen in allen größeren deutschen Städten entsprechende Angebote. Doch mittlerweile zeigt sich: Das Geschäft ist deutlich schwieriger umzusetzen als ursprünglich erwartet. Deutlich wird dies unter anderem an der Tatsache, dass zuletzt zahlreiche Anbieter ihr Angebot wieder eingestampft haben. So legten BMW und Daimler ihre entsprechenden Geschäftsbereiche zusammen und vermarkten diese nun unter dem Namen Share Now.


Citroens reine Elektro-Flotte fuhr empfindliche Verluste ein

Kommuniziert wurde dies als wichtige Kooperation in einem zukunftsträchtigen Markt. In erster Linie dürfte es aber ein Eingeständnis sein, dass beide Unternehmen alleine nicht in der Lage waren, das Geschäft gewinnbringend zu betreiben. Daher wird nun auf Größe gesetzt: Share Now ist eigenen Angaben zufolge der größte Carsharing-Anbieter der Welt. Citroen und Mazda hingegen gingen einen noch deutlich radikaleren Schritt. Sie ziehen sich komplett aus dem deutschen Carsharing-Markt zurück. Dabei war unter anderem Mazda einst mit großen Erwartungen gestartet und hatte unter anderem auf Kooperationen mit der Deutschen Bahn und Lidl gesetzt. Citroen wiederum hatte zu Beginn versucht, mit einer rein elektrischen Flotte zu punkten. Das Projekt wurde aber schon im Jahr 2017 wieder eingestellt. Auch hier konnten die Kosten nicht wieder eingespielt werden.


Fremdes Eigentum wird oftmals nicht besonders pfleglich behandelt

Der Autohersteller gab damals auch der Berliner Verwaltung einen Teil der Schuld: Diese habe die Ladeinfrastruktur nicht schnell genug ausgebaut und außerdem zu wenig gegen Falschparker unternommen. In der Branche wird allerdings inzwischen eingeräumt, dass die Probleme viel grundsätzlicherer Natur sind. Denn die Anbieter müssen zum Erhalt der Flotte viel größere Anstrengungen unternehmen als ursprünglich gedacht. So werden deutlich mehr Autos verdreckt oder beschädigt abgestellt als kalkuliert. Offensichtlich gehen Menschen mit fremdem Eigentum also nicht so pfleglich um wie mit den eigenen Sachen. Bei rein digitalen Produkten ist dies kein großes Problem. Bei Autos allerdings werden dadurch die Kosten für die Anbieter in die Höhe getrieben. Es verwundert daher nicht, dass immer mehr Firmen die Notbremse ziehen und das Geschäft einstellen.

Via: FAZ

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