Die Hamburger Hafen und Logistik AG verhandelt über den Bau eines Hyperloops für den Warentransport. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, existiert inzwischen sogar schon eine Absichtserklärung zwischen dem Hafenbetreiber und dem Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT). Demnach soll zunächst im Hafen eine Verladestation gebaut werden, in der automatisierte Kräne die ankommenden Schiffscontainer in die Hyperloop-Kapseln verladen. Anschließend sollen dann Transportröhren in das Hamburger Hinterland führen. Für den Hafen hätte dies den Vorteil, dass die Güter nicht mehr direkt vor Ort auf Lastwagen verladen werden müssen. Dies reduziert zum einen die Zahl der LKW-Fahrten und verhindert Staus. Zum anderen wird dadurch aber auch der Platzmangel innerhalb des Hafens ein wenig gelindert. Aus ähnlichen Beweggründen denkt daher auch der Hafen in Dubai über den Bau eines Hyperloops nach.


Der Transport von Waren löst einige grundsätzliche Probleme

Ursprünglich wurde das Transportsystem mit den Vakuum-Röhren allerdings für den Personentransport ersonnen. Aufgrund des geringen Luftwiderstands sollen Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 Stundenkilometern erreicht werden – was die Reisezeiten extrem verkürzen könnte. Von Hamburg nach Frankfurt bräuchten Passagiere lediglich noch rund 30 Minuten. Bisher existiert aber noch keine Strecke im kommerziellen Betrieb. Neben einigen noch zu lösenden technischen Fragen liegt dies vor allem auch an der ungeklärten Sicherheitslage. So ist bisher nicht geklärt, wie eine Evakuierung aus den Transportkapseln gelingen könnte. Werden allerdings lediglich Güter transportiert, spielen Sicherheitsfragen eine wesentlich kleinere Rolle. Insofern könnte das Projekt im Hamburger Hafen ein wichtiger Baustein sein, um die grundsätzliche Funktionsfähigkeit der Technologie unter Beweis zu stellen.


Die Bauarbeiten sollen in wenigen Jahren beginnen

Zuvor müssen die Ingenieure von Hyperloop Transportation Technologies die bisherigen Entwürfe aber noch einmal überarbeiten. Denn die bisher vorgesehen Transportkapseln waren für den Personentransport gedacht. Nun müssen entsprechende Pods für Schiffscontainer konstruiert werden. An mangelnder Expertise dürfte es allerdings nicht scheitern: HTT kooperiert mit Experten aus vielen unterschiedlichen Bereichen. Diese werden oftmals nicht direkt bezahlt, sondern erhalten im Gegenzug Anteile an dem Unternehmen. Dieser Ansatz unterscheidet das Unternehmen grundlegend vom größten Wettbewerber Virgin Hyperloop One. Geführt wird HTT von dem deutschen Mitgründer Dirk Ahlborn. Seinen Aussagen zufolge könnte aus technologischer Sicht bereits morgen mit dem Bau eines Hyperloop begonnen werden. Ganz so schnell geht es in Hamburg aber nicht: Hier sollen die Bauarbeiten in zwei bis drei Jahren starten.

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