HyShot V ist in Australien erfolgreich gestartet worden. Getestet wurden die Flugeigenschaften des motorlosen Fluggeräts, das an der Spitze einer Rakete in die Höhe geschossen wurde. Den Entwicklern kam es darauf an zu sehen, was geschieht, wenn der Überschall-Gleiter in die Atmosphäre der Erde eintaucht.


Hyshot V Glider gebaut für Mach 8 Geschwindigkeiten

Drei konkurrieren um das nächste Überschall-Flugzeug

Der Test fand im Rahmen des HiFire-Programms auf der Basis Woomera in Südaustralien statt. Eins der beiden Triebwerke wurde von einem Team um Professor Michael Smart gebaut, das zweite vom australischen Forschungsinstitut für Verteidigung. Smart ist Spezialist für Überschallantriebe. HiFire, an dem außer den australischen Institutionen das Forschungslabor der US-Luftwaffe die Flugzeugbauer Boeing und BAE Systems, ist ein internationales Programm zur Entwicklung eines Nachfolgers für die „Concorde“. Es konkurriert mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed und dem US-Startup Boom, die eigene Überschalljets entwickeln. Boom behauptet, schon 76 Bestellungen für das Flugzeug bekommen zu haben, das frühestens 2023 fliegen wird.

In zwei Stunden nach New York

Überschallflugzeuge haben das Potenzial, die Luftfahrt zu revolutionieren“, sagt Smart. Tatsächlich könnte man in wenigen Stunden um die halbe Welt fliegen, etwa von Europa nach Australien. Die Ostküste der USA würde nur noch zwei Stunden entfernt sein.


Das Überschallflugzeug der Zukunft wird von Scramjets angetrieben, das sind Triebwerke ohne bewegliche Teile. Die Luft strömt in eine Art Trichter. In dessen schlankem Teil wird sie verdichtet wie in einem Kompressor. Wird jetzt Treibstoff zugeführt verbrennt er explosionsartig. Das nach hinten katapultierte Abgas treibt den Jet an.

Hypersonic im Video

Zunächst geht es um Satelliten-Transporte

Die Triebwerke funktionieren erst, wann das Luftfahrzeug ein so hohes Tempo hat, dass die Luft extrem verdichtet wird. Es braucht also Hilfsantriebe für den ersten Teil der Reise. Das sind im jetzigen Stadium Raketen, die den Überschalljet auf das benötigte Tempo bringen. Dann werden sie abgeworfen und die Scramjets übernehmen. Vorerst wird das System entwickelt, um Satelliten ins All zu transportieren. Das Luftfahrzeug landet anschließend wie ein klassischer Jet und kann wiederverwendet werden. Normalen Passagieren kann man einen solchen Senkrechtstart natürlich nicht zumuten. Die Forscher suchen noch nach Lösungen.

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