Diese Entscheidung geht aktuell wie ein Lauffeuer durch die Presse: Die Stadt Konstanz am Bodensee beschließt, den Klimanotstand auszurufen. Und das als erste Gemeinde in Deutschland, als Antwort auf die Fridays-for-Future-Demos. Mancher Leser schüttelt darüber vielleicht skeptisch den Kopf, ein anderer freut sich, dass endlich Schwung in den Klimaschutz kommt. Im Grunde steht jetzt schon fest: Weitere Städte werden folgen.


Von User:Fb78Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Jede politische Entscheidung steht unter Klima-Vorbehalt

Die monatelangen Schülerproteste zeigen mittlerweile Wirkung. Die deutsche Regierung berät konkret über eine CO2-Abgabe, um dem Klimawandel zu begegnen. Doch der Stadt Konstanz ist diese Maßnahme noch nicht genug, der Gemeinderat beschloss nun einstimmig, auch kommunal mit allen Kräften der Klimaerwärmung zu begegnen. Das bedeutet konkret: Jede politische Entscheidung, die demnächst ansteht, wird unter Klima-Vorbehalt gestellt und entsprechend sorgsam beleuchtet. Im Grunde sollte also nichts mehr beschlossen werden, was dem Klima schaden könnte.

Ein Konzept, das sicher mit Schwierigkeiten behaftet ist

Die Stadtverwaltung erhielt den Auftrag, weitere Maßnahmen auszuarbeiten, die der Umsetzung dieses Notstands-Beschlusses dienen. Einmal im Jahr steht dann ein gründlicher Report zu diesem Thema an, der den Fortschritt in Sachen CO2-Vermeidung rekapituliert. Ähnlich gehen bereits Städte in anderen Ländern wie London, Basel und Vancouver vor, die ebenfalls unter Klimanotstand stehen.


Der Beschluss muss sich in der Praxis noch beweisen

Der Klimaschutz als oberste Prämisse kommunaler Verwaltung? Dieses Konzept wird sicher mit Schwierigkeiten behaftet sein, wenn es zum Beispiel darum geht, dringend benötigten Wohnraum zu beschaffen, den Tourismus anzukurbeln oder Gewerbeflächen freizugeben. Dann stehen die direkten Interessen der Stadt und ihrer Bürger durchaus dem Klimaschutz im Weg – und das globale Denken gerät ins Schlingern. Hier wird sich dann erweisen, wie ernst es die Stadt Konstanz wirklich meint mit der Rettung der Erde als unseren Lebensraum. Denn wenn tatsächlich der Verzicht ins Haus steht, gerät mancher Entschluss zumindest zeitweise ins Wanken.

Quelle: welt.de

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