Die meisten Plugin-Hybridfahrzeuge verbrauchen in der Praxis deutlich mehr Treibstoff als vom Hersteller versprochen. Als die BBC in Großbritannien diesem Phänomen auf den Grund gehen wollte, machten die Reporter eine überraschende Entdeckung. Bei vielen Autobesitzern lag das Ladekabel noch unverpackt im Kofferraum. Wenn dem Fahrer aber das Laden an der Steckdose zu aufwändig ist, kann der eingebaute Elektromotor auch den Benzin-Verbrauch nicht senken. Abhilfe schaffen könnte nun ein Ansatz, den Hyundai bei seinem Modell Sonata verfolgt: In das Dach des Fahrzeugs integrierte Solarmodule sollen die Batterie zumindest teilweise aufladen. Somit könnte der Plugin-Hybrid auch dann seine Vorteile ausspielen, wenn der Fahrer den Akku nicht regelmäßig auflädt.


Bild: Hyundai

Bis zu 27 elektrische Kilometer zusätzlich

Folgt man den Angaben des Unternehmens aus Südkorea können die Sonnenstrahlen pro Tag zwischen dreißig und sechzig Prozent der Batterie aufladen. Da diese über eine Reichweite von rund 45 Kilometern verfügt, entspräche dies in etwa einem Wert zwischen 13 und 27 zusätzlichen Kilometern täglich. Diese Strecke müsste dann nicht mehr mit dem Verbrennungsmotor absolviert werden, sondern könnte rein elektrisch zurückgelegt werden. Ist die Batterie dann alle, bleibt das Fahrzeug nicht einfach stehen, sondern der Benzin-Motor übernimmt wieder den Antrieb. Der Sonata Hybrid mit Solarmodulen auf dem Dach wird aktuell bereits in Südkorea verkauft. Zukünftig soll er aber auch in den Vereinigten Staaten und in Europa erhältlich sein.

Hybridautos können den CO2-Verbrauch der Flotte senken

Plugin-Hybride sind auch für viele europäische Hersteller von Bedeutung. Denn diese müssen zukünftig strenge Vorgaben einhalten, was den durchschnittlichen CO2-Verbrauch der Flotte angeht. Hybridfahrzeuge fließen dabei mit lediglich 50 Gramm CO2 pro Kilometer in die Bilanz ein. Da ab dem Jahr 2020 ein Grenzwert von 95g CO2/km gilt, helfen Hybridfahrzeuge somit den möglicherweise deutlich höheren Verbrauch von SUVs und Limousinen ohne Elektromotor auszugleichen. Für den deutschen Hersteller Sono Motors spielen die Grenzwerte allerdings keine Rolle. Denn das Münchener Startup arbeitet an einem Elektroauto, das ebenfalls über integrierte Solarmodule aufgeladen werden kann. Noch sind die dadurch zu erzielenden Reichweiten aber gering: In den Wintermonaten bringt die Sonne weniger als zehn zusätzliche Kilometer pro Tag.


Via: New Atlas

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