Die von IBM entwickelte künstliche Intelligenz Watson, machte vor rund fünf Jahren weltweit Schlagzeilen: Sie gewann das Fernsehquiz „Jeopardy!“ mit großem Abstand und sorgte so für einen Paukenschlag. Inzwischen arbeiten bei IBM mehr etwa 10.000 Mitarbeiter an dem Projekt und entdecken immer neue Einsatzmöglichkeiten. So kam die künstliche Intelligenz schon zum Einsatz bei der Diagnose von Krankheiten, bei der Bearbeitung von Versicherungsfällen und als kommunikative Schnittstelle zu den Passagieren in den selbstfahrenden Olli-Bussen. Nun wurde in Zusammenarbeit mit der Steuerberatungsgesellschaft H&R Block ein weiteres Betätigungsfeld aufgetan: Der Supercomputer hat die Steuergesetzgebung der Vereinigten Staaten erfasst und hilft nun dabei, Abschreibungsmöglichkeiten und andere Steuersparmöglichkeiten zu finden. Im Idealfall können die Kunden dadurch bares Geld sparen.


Der Computer erkennt auch seltene Sonderfälle

Der Vorteil des Computers liegt dabei auf der Hand: Das Steuerrecht und die für die Steuererklärungen benötigten Unterlagen sind heutzutage so komplex, dass selbst Spezialisten nicht alle Sonderfälle im Kopf haben können. So umfasst das Steuerrecht in den Vereinigten Staaten rund 74.000 Seiten an Informationen – die zudem auch noch jährlich geändert werden. Dem Computer ist dies egal: Er erfasst die zahlreichen Datenpunkte und sucht nach sinnvollen Verbindungen. Auf diese Weise sieht er oftmals Sparmöglichkeiten, die dem menschlichen Mitarbeiter nicht auffallen – beispielsweise weil es sich um einen seltenen Sonderfall handelt. Ganz außen vor ist der sterbliche Steuerberater aber noch nicht: Er prüft auch weiterhin die Vorschläge der künstlichen Intelligenz und macht sich ebenfalls auf die Suche nach Einsparmöglichkeiten.


Ab Februar kommt das System in 10.000 Steuerberaterbüros zum Einsatz

Denn in vielen Teilen ist das Steuerrecht auch Auslegungssache und es kommt auf die Erfahrung des Mitarbeiters an. Gelernt hat Watson die Steuergesetzgebung, indem er mit tausenden Fragen und Antworten zur Ausfüllung einer Steuererklärung gefüttert wurde. Außerdem lernt das cloudbasierte Watson-System auch bei der täglichen Arbeit immer weiter hinzu, sodass die Ergebnisse im Laufe der Zeit immer besser werden dürften. Ab Februar soll die Technologie in mehr als 10.000 Büros von H&R Block zum Einsatz kommen. Abgezeichnet werden muss die Steuererklärung dann aber immer noch vom Steuerzahler persönlich. Eine Haftung übernimmt der Computer nicht. Ob und wann Steuerberater Watson auch nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.

Via: Newatlas

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