Auch große Revolutionen beginnen manchmal durch kleine und lokale Initiativen. So hat die Gemeinde St. Valentin in Niederösterreich weniger als 10.000 Einwohner. Dennoch könnten sich bald auch deutlich größere Städte ein Beispiel an dem kleinen Örtchen nehmen. Denn der Gemeinderat hat einstimmig eine Resolution zur Vermeidung von Einweg-Plastik beschlossen. Diese war nicht als Aufforderung an andere gedacht, sondern stellte vor allem den Auftakt zu einer Initiative im Ort dar. Denn seitdem arbeiten Verwaltung und Politik eifrig daran, zum einen selbst den Plastikverbrauch zu reduzieren. Zum anderen sollen aber auch die Einwohner und Betriebe für die Problematik sensibilisiert werden. Das Ziel: Innerhalb von zwei Jahren soll sich die Menge an Plastikmüll im Ort halbieren – auf dann noch 130 Tonnen pro Jahr.


Stofftaschen werden eingesammelt und neu bedruckt

Wichtig ist den Köpfen hinter dem Projekt aber, dass die Menschen tatsächlich aus eigener Überzeugung handeln. Dies spiegelt sich auch im gewählten Slogan wider: „Ich liebe plastikfrei“ soll das Thema positiv besetzen und aufzeigen, dass es nicht um Verbote geht. Als eine der ersten Maßnahmen wurde der Versuch unternommen, Tragetaschen aus Plastik durch Alternativen zu ersetzen. Das sichtbarste Zeichen dieser Initiative ist eine neue Sammelstation. Dort können Stofftaschen nach dem Gebrauch eingeworfen werden und kommen dann frisch bedruckt noch einmal im Laden zum Einsatz. So soll ein altes Problem gelöst werden: Kauft der Kunde jedesmal eine neue Stofftasche, ist der ökologische Fußabdruck sogar noch größer als bei der Plastiktüte. Erst bei mehrmaliger Nutzung kann die Mehrwegtasche ihre segensreiche Wirkung entfalten.


Ein Laden kommt bereits ganz ohne Verpackungen aus

Außerdem hat die Stadt einen Leitfaden für Feste entwickelt. So wurde auf dem örtlichen Christkindlmarkt in diesem Jahr ein großflächiges Pfandsystem installiert. Auch mit den Geschäftsinhabern in der Gemeinde ist die Verwaltung im Gespräch und wirbt für plastikfreie Alternativen. Wie dies funktionieren kann, zeigt der „Tante Hanna Laden“ von Radomir Kovacic. Dort werden Lebensmittel komplett unverpackt verkauft. Kunden können sich bei Bedarf einfach Einmachgläser ausleihen. Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr weiß aber auch: Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, müssen sich auch die großen Läden und Ketten hinter das Projekt stellen. Dennoch ist sie überzeugt: Auf lokaler Ebene kann es am besten gelingen, das Bewusstsein zur Vermeidung von Plastikmüll zu schärfen. Spätestens in zwei Jahren wird sich zeigen, ob St. Valentin in diesem Punkt tatsächlich zum Vorbild für andere Städte taugt.

Via: Kurier

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