Mitte des nächsten Jahres soll VWs ID.3 auf den Markt kommen, das erste batterieelektrische Auto, das auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) basiert. Attraktiv dürfte vor allem der Basispreis von knapp 30.000 Euro sein, für die der Käufer eine 48 kWh große Batterie erhält. Aber auch Versionen mit 62 und 82 kWh werden verkauft werden. Wenn der ID.3 ein Erfolg wird, wird auch eine starke Ladeinfrastruktur benötigt. Volkswagen gab nun im Rahmen eines „Charging Days“ bekannt, wie das Unternehmen sich diese vorstellt.


Grüne Energie für den ID


Auf Seite des Fahrzeugs soll das Aufladen mit einer Ladeleistung von 11 kW Wechselstrom und 100 bis 125 kW Gleichstrom liegen. Für das Laden will VW unter dem Dach der neu gegründeten Marke Elli (kurz für: Electric Life) unter anderem Wallboxes für Privat- und Firmenkunden anbieten. Eine simple 11 kW-Box bietet dabei einen preisgünstigen Einstieg – es wird vermutet, dass der Preis im dreistelligen Bereich inklusive Montage liegen soll. Auch eine 11 kW-Wallbox mit 4G ist geplant, was interessant sein dürfte, wenn VW im Laufe der Produktion um netzgesteuertes bidirektionales Laden erweitern wird.

Das Ziel von VW ist es, sowohl die Fahr- als auch die Produktionsenergie für den ID.3 selbst mit null Gramm CO2 bereitzustellen. Anfangs wird das wahrscheinlich nicht ohne den Kauf von Zertifikaten gehen, was insbesondere daran liegt, das in der Zuliefererkette nicht durchgehend mit Ökostrom produziert wird.

Aktuell geht VW von etwa 20.000 öffentlichen Ladepunkten aus, die entweder Gleich- oder Wechselstrom liefern. Nächstes Jahr, so steht es im Koalitionsvertrag, sollen es über 100.000 sein. Dabei will Volkswagen sich nicht nur auf politische Vereinbarungen verlassen, sondern als größter Automobilkonzern der Welt selber Marktdruck ausüben.

Der Zugang zu den Säulen wird für die Fahrer über die Marke WeCharge ermöglicht. Mittelfristig will VW ein Laden automatisiert über Plug & Charge ermöglichen. VW selber will bei den eigenen Händlern in der EU 36.000 Ladepunkte für die Öffentlichkeit schaffen, an deutschen Standorten sollen es bis 2025 4.000 sein.

Infrastruktur muss verbessert werden

Insbesondere in Sachen schnellladenden Gleichstrom-Säulen sieht VW einen Mangel. Die Infrastruktur sein von typischen Urlaubsszenarien schnell überfordert. Aber auch bei der urbanen Infrastruktur sieht VW Handlungsbedarf. Das Unternehmen hat selbst mit null Gramm CO2 bereitzustellen und bewertet. Dabei kam Hamburg mit einer Abdeckung von 62 Prozent auf den ersten Platz. Das Schlusslicht bildet Frankfurt am Main mit 14 Prozent.

Da die öffentliche Infrastruktur noch deutliche Mängel aufweist, sieht VW den Schwerpunkt beim heimischen Laden. Das Unternehmen arbeitet neben den Wallboxes an automatischen, konduktiven Ladevorgängen, bei denen ein Roboter das Kabel mit dem ID verbindet. Ein solches System wäre deutlich günstiger als induktive Ladesysteme.

Volkswagen weist außerdem auf die fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen hin. Bisher ist es etwa für Vermieter etwa noch relativ leicht, einen Ladepunkt in der Tiefgarage zu verhindern.

Käufer des VW ID.3 werden sich vor allem in den ersten Jahren vor allem auf heimische Lademöglichkeiten verlassen müssen. Die öffentliche Infrastruktur muss noch deutlich ausgebaut werden, so VW.

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1 Kommentar

  1. Ben

    16. Juni 2019 at 16:28

    30.000 Euro sind nicht attraktiv, sondern eine Frechheit.

    Der Mangel bei Ladesäulen besteht weniger in der Zahl als vielmehr in der fehlenden Bezahlmöglichkeit. So gut wie keine ermöglicht Barzahlung, so dass man nirgends tanken kann, selbst wenn man eine Ladesäule findet.

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