Eigentlich kommen Patienten ins Krankenhaus, um dort wieder gesund zu werden. Es kann allerdings auch passieren, dass sie sich dort mit neuen Keimen infizieren. Verstärkt wird diese Problematik durch die Tatsache, dass immer mehr Erreger nicht mehr mit den klassischen Antibiotika behandelt werden können. Die Suche nach neuen Antibiotika hingegen ist gerade erst wieder angelaufen. Am besten ist es daher, wenn sich Krankenhaus-Keime gar nicht erst ausbreiten können. Der Schlüssel dafür ist eine strenge Hygiene. Helfen könnte zukünftig zudem der UVD-Roboter des dänischen Herstellers Blue Ocean Robotics. Dieser kann sich autonom bewegen und behandelt sämtliche Oberflächen in einem Raum mit konzentriertem UV-C-Licht.


Bild: Blue Ocean Robotics

Menschen müssen den Raum verlassen

Die Strahlen kommen mit Wellenlängen zwischen 280 und 100 Nanometern daher und sind für das menschliche Auge nicht sichtbar. Sie sorgen aber für eine Desinfektionsrate von 99,99 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Krankheitserreger unkontrolliert ausbreiten, kann so deutlich reduziert werden. Allerdings ist die Strahlung für den Menschen nicht ganz ungefährlich. Der Roboter wurde daher mit einem Sicherheitsmechanismus ausgestattet und kontrolliert permanent, ob sich Personen in einem Raum befinden. Ist dies der Fall stellt er die Arbeit ein. Andernfalls fährt er selbständig zu allen Oberflächen und bestrahlt diese mit UV-C-Licht. Der Raum und die darin enthaltenen Gegenstände werden dabei mithilfe eines Laserscanners erfasst.

Auch die Lebensmittel-Produktion könnte profitieren

Der Anti-Keim-Roboter wurde nun mit dem Iera-Award ausgezeichnet – einer der prestigeträchtigsten Preise im Bereich der Robotik. Gelobt wurde vor allem die Kombination aus klassischer Robotertechnik mit dem Fachwissen aus der Medizin. Erste Interessenten aus dem Mittleren Osten und aus Asien soll es auch bereits geben. Grundsätzlich kann der Roboter zudem nicht nur im Krankenhaus zum Einsatz kommen. Vielmehr wäre auch denkbar, dass er beispielsweise Labore und Produktionsstätten für Lebensmittel regelmäßig reinigt. Dies ist aktuell aber noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal muss der Roboter nun unter Beweis stellen, dass er sich tatsächlich sinnvoll in den Klinikalltag integrieren lässt. Dann dürften auch bald schon die ersten Bestellungen aus Deutschland folgen.


Via: International Federation of Robotics

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1 Kommentar

  1. Andro Wegner

    21. Juni 2019 at 13:14

    Wenn man sich die Mühe macht, alle Flächen feucht mit einer milden Waschlotion abzuwischen, den Lappen vernünftig auszuwaschen und trocknen zu lassen, erreicht man dasselbe Ergebnis und muss nicht alle Leute aus dem Raum nehmen, was in vielen Fällen gar nicht möglich ist oder mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

    Die einfache Investition in Stationshilfen, die regelmäßig nach festem Plan putzen, oder genug Pflegehilfskräfte, die sich um solche Dinge kümmern, ist humaner und effizienter als ein Roboter, der für demente, körperlich eingeschränkte und bettlägrige Patienten zur Gefahr wird oder in vielen Fällen seine Arbeit einstellt, weil keine Zeit und Möglichkeit besteht, die Leute zu evakuieren. Hat man zusätzlich einige auf internationalem Niveau ausgebildete Pflegekräfte, die auch in Deutschland dürfen, was sie können, vereinfachen sich die Abläufe auf Station erheblich und auch die Hilfskräfte können effizienter arbeiten.

    Eine nach modernen Prinzipien und Erkenntnissen organisierte Station verbraucht weniger Ressourcen, kommt weitgehend ohne Desinfektionsmittel aus, produziert weniger bis gar keine Resistenzen und belastende Keime, ist angenehm für Personal und Patienten und kostet am Ende weniger Geld.

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