Sie stehen auffällig unauffällig an Straßenecken, werfen verstohlene Blicke ins Gebüsch und sind immer auf der Hut – Zigarettenschmuggler profitieren von Deutschlands Steuerpolitik. Das zumindest deutete Sven Moryson, der bei der British American Tobacco (BAT) Germany für die Bekämpfung illegaler Glimmstängel verantwortlich ist, in einem Interview mit der Tabak Zeitung vom 9. Januar dieses Jahres an.


Die Bundesregierung erhöhte die Tabaksteuer zwischen 2001 und 2005 um über 70 Prozent. Somit kosten die Zigaretten hierzulande doppelt so viel wie in Polen und sogar zehnmal so viel wie in Russland. Dass illegale Geschäfte dadurch begünstigt werden, ist nicht wirklich verwunderlich.
Aber nicht nur die hohen Steuern sind Schuld am Zigarettenschmuggel. Die Warenschieber selbst konnten über Jahre hinweg stabile Distributionsnetze aufbauen, über welche Billigzigaretten aus dem Osten nach Deutschland gelangen. Die Strafverfolgung fällt meist auch sehr milde aus.
Jährlich werden rund 23 Milliarden geschmuggelte Zigaretten weggequalmt. Der geschätzte Schaden, der dadurch entsteht, kostet den Staat um die 1 Milliarde Euro. Noch einmal 200 Millionen Euro gehen Handel und Industrie durch die Lappen.

Nun fordert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing (SPD) eine weitere Tabaksteuererhöhung, die Abschaffung aller Zigarettenautomaten sowie noch mehr Werbeverbote für Tabakprodukte. Bätzing möchte den Preis pro Packung um bis zu 20 Prozent steigern. Tritt dieser Fall ein, so ist dieses Jahr laut BAT-Chef Adrianus Schenk mit einem Umsatzrückgang in der Branche um bis zu vier Prozent zu rechnen. Die Schmuggler dürften sich über die Preiserhöhung freuen – kurbelt doch eine solche Maßnahme den illegalen Zigarettentransfer erst recht an.

Das Rauchverbot hingegen hat mit der Marktschrumpfung so gut wie gar nichts zu tun. Wie Studien aus anderen europäischen Ländern beweisen, wird der Nikotinkonsum durch derartige Gesetze nicht gedrosselt. Im Gegenteil: Die Spanier rauchten in den ersten zehn Monaten des vergangen Jahres 1,3 Prozent mehr als im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum – nämlich 3,8 Milliarden Päckchen. Und in Frankreich ging der Zigarettenverkauf nur um 2,7 Prozent zurück, während der Absatz von Tabak für Selbstgedrehte um 3,3 Prozent stieg. Profitiert von dem Anti-Zigaretten-Gesetz in unserem Nachbarland haben vor allem die nicht rauchenden Gastro-Angestellten, deren Arterien nach nur vier Monaten Rauchergesetz wesentlich besser arbeiteten als noch zu Zeiten des blauen Dunstes.

Fazit: ein Rauchverbot kratzt Raucher wenig und belastet daher die Tabakindustrie auch nicht besonders. Schlimmer sind die hohen Steuern, die den Zigarettenschmuggel begünstigen und damit den Absatz in der Branche drücken.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
  • Sonys E-Book PRS-505: wie gedruckt

    Handlich und praktisch: das PRS-505 Sony bringt E-Book nach Deutschland Das hätte Joh…
  • Freie Fahrt für Elektroautos

    Vor nicht allzu langer Zeit wurden Elektroautos noch belächelt. Sie wären zu lan…
  • Vorwärts in die Zukunft

    Die Welt befindet sich in ständigem Wandel. Will man für die Zukunft gerüst…

1 Kommentar

  1. Anna

    20. Juni 2010 at 12:58

    Hallo! Ich suche dringend billige Zigaretten, kann mir bitte jemand helfen? Danke im Voraus 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.