Die norddeutschen Länder produzieren in der Regel deutlich mehr Windstrom als sie vor Ort verbrauchen. Sie suchen daher händeringend nach Speichermöglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die Wasserstoff-Elektrolyse. Dabei werden im besten Fall Erneuerbare Energien genutzt, um Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Der Vorteil: Wasserstoff ist vielfältig einsetzbar und kann beispielsweise in der Grundstoff-Produktion eingesetzt oder als Treibstoff verwendet werden. Theoretisch lässt sich daraus im Bedarfsfall aber auch wieder Strom gewinnen. Im Hamburger Hafen soll nun eine Elektrolyse-Station mit einer Kapazität von 100 MW entstehen. Dies wäre aus technologischer Sicht ein Meilenstein. Denn die bisherigen Anlagen kommen in der Regel maximal auf eine Kapazität von 10 MW.


Bild: Hamburg, Frank Goseberg, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Baukosten liegen im dreistelligen Millionenbereich

Bei voller Auslastung könnten im Hamburger Hafen zukünftig zwei Tonnen Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Dies würde ausreichen, um ein Auto 200.000 Kilometer weit fahren zu lassen. Oder etwas praxisnäher: 250 Wasserstoff-Lastwagen könnten damit jeweils 100 Kilometer zurücklegen. Aktuell spricht die Stadt Hamburg mit potentiellen Käufern und Investoren. Die finale Entscheidung zum Bau der Anlage soll dann noch in diesem Jahr fallen. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann spricht bereits davon, einen solchen „Leuchtturm hier in Hamburg und in Norddeutschland sehen“ zu wollen. Die dafür notwendigen Investitionen sind aber durchaus beachtlich: Die Planer gehen davon aus, dass ein dreistelliger Millionenbetrag benötigt wird. Allerdings muss die Stadt Hamburg diese Summe nicht alleine schultern.

Ganz Norddeutschland soll von dem Projekt profitieren

Denn sowohl die Europäische Union als auch die Bundesregierung haben Fördertöpfe für Wasserstoff-Projekte ins Leben gerufen. Diese sollen nun für das Hamburger Projekt angezapft werden. Der Stadt bliebe dann vor allem die Aufgabe, die benötigten Flächen zur Verfügung zu stellen. Der Hamburger Hafen bietet sich dabei an, weil es sich ohnehin schon um ein reines Industriegebiet handelt und die benötigte Infrastruktur vor Ort weitgehend vorhanden ist. Es handelt sich zudem nicht um das einzige visionäre Projekt dort. Denn der Hafen plant auch den Bau einer Hyperloop-Strecke zum Transport von Waren. Hamburg will beim Thema Wasserstoff zudem mit den Nachbarländern eng kooperieren. Zeitnah soll daher eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie der Nordländer erarbeitet werden.


Via: Spiegel

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2 Kommentare

  1. Stefan

    8. September 2019 at 00:25

    Einen der größten Vorteile dieser bei zu errichtenden Anlage sehr ich in der Versorgung von Schiffen mit Wasserstoffantrieb. LKWs, welche von Hamburg aus ganz Deutschland versorgen, gehören auf die Schiene, können sich aber sicher auch hier mit der nötigen Energie für die letzten Kilometer mit H versorgen.

    Ich finde dieses Projekt einen Wichten schritt in eine nachhaltigere Zukunft, also Daumen hoch!

  2. Björn

    9. September 2019 at 09:46

    Ich drück die Daumen und die großen Onkel gleich mit, dass es gebaut wird.
    Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, Strom von Windrädern, Wasser aus der Elbe/Nordsee.
    Bleibt zu hoffen, dass die Elbe ausreichend Wasser liefert und der Meeresspiegel nicht zu schnell steigt. Klingt komisch . . . is aber so.

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