Bisher müssen Menschen und Waren aufwändig mit Raketen in den Weltraum transportiert werden. Dieser Ansatz ist aber vergleichsweise ineffizient. Deutlicher günstiger wäre es, wenn es eine Art Mega-Aufzug gäbe. Ein solch gewaltiges Konstrukt existiert bisher aber nur in Science-Fiction-Romanen. Forscher der Universität von Shizuoka und Ingenieure des japanischen Bauunternehmens Obayashi glauben aber daran, dass sich so etwas auch in der Realität verwirklichen lässt. Sie haben daher mit ersten Tests auf der internationalen Raumstation ISS begonnen. Dort soll ein Mini-Aufzug im Cubesat-Format zum Einsatz kommen und erste Erkenntnisse unter realen Bedingungen liefern. Die Ausmaße sind allerdings noch recht klein: Das Seil des Aufzugs ist lediglich zehn Meter lang. Die Planungen für einen echten Weltraumaufzug kalkulieren hingegen mit einer Distanz von 36.000 Kilometern.


Aus dem kleinen Aufzug soll ein gigantisches Projekt werden

Der nun getestete Aufzug besteht im Wesentlichen aus zwei quadratischen Mini-Satelliten – sogenannten Cubesats – die durch ein Seil miteinander verbunden sind. Daran wiederum ist ein kleiner Container befestigt, der sich mithilfe eines Motors auf und ab bewegen kann. Eine integrierte Kamera zeichnet zudem die einzelnen Fahrten auf, wodurch die beteiligten Wissenschaftler mögliche Probleme besser nachvollziehen können. Schon in der Vergangenheit hatten die japanischen Forscher ähnliche Experimente unternommen, dabei aber lediglich ein Seil im Weltraum aufgespannt. Nun wird erstmals ein Container zum Einsatz kommen, der den Aufzug simuliert. Ins All transportiert wird der Mini-Aufzug in der nächsten Woche noch auf ganz klassische Art und Weise: Mit der japanischen H-IIB-Trägerrakete an Bord des Raumfrachters HTV-7. Als Startplatz diente die Insel Tanegashima im Süden Japans.


Das Seil muss enorme Belastungen aushalten können

Die an den Tests beteiligte Firma Obayashi hat zudem bereits angekündigt, bis Mitte des Jahrhunderts einen Aufzug ins All zu bauen. Doch bisher gibt es noch ein recht profanes Problem: Das Seil. Es muss einerseits recht leicht sein, andererseits aber auch stabil genug, um nicht unter dem eigenen Gewicht zu reißen. Ein einfaches Stahlseil kann daher nicht genutzt werden. Stattdessen werden die Ingenieure wohl auf einen Verbundwerkstoff zurückgreifen müssen. Dafür dürften aber noch einige Tests in größerem Stil nötig sein. Später einmal soll der Aufzug dann in der Lage sein, bis zu 30 Passagiere auf eine Höhe von 36.000 Kilometer zu transportieren. Etwas Zeit müssten die Weltraumbesucher allerdings mitbringen: Die aktuellen Planungen gehen davon aus, dass der Aufzug für die komplette Distanz rund 7,5 Tage benötigen wird.

Via: The Mainichi

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