Die schottische Halbinsel A’Mhoine liegt ganz im Norden des Vereinigten Königreichs. Von London aus benötigt man mit dem Auto mehr als zwölf Stunden, um das Gebiet zu erreichen. Dennoch wurde die Region nun von der britischen Regierung als Standort für den ersten Weltraumbahnhof des Landes ausgewählt. Der Grund dafür ist allerdings nicht, die Förderung abgelegener Landstriche. Vielmehr waren technische Überlegungen ausschlaggebend. Denn von dort aus können Raketen direkt vertikal in die gewünschte Umlaufbahn fliegen. Auch für Europa insgesamt könnte der neue Weltraumbahnhof von Bedeutung sein. Denn bisher gibt es nur im europäischen Teil Russlands Startmöglichkeiten für Raketen. Die ESA hingegen betreibt den Weltraumbahnhof Kourou auf Französisch-Guayana. Soziale Proteste hatten dort im vergangenen Jahr aber den reibungslosen Ablauf gestört.


Bisher ist die Halbinsel vor allem von weiten grünen Flächen geprägt. Bild: david glass, Lizenz: Creative Commons 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en) via Wikimedia Commons.

Die britische Wirtschaft produziert sehr viele kleine Satelliten

Inwieweit die anderen europäischen Länder aber tatsächlich von dem Projekt in Schottland profitieren können, muss noch verhandelt werden. Denn nach dem Ausscheiden aus der Europäischen Union will Großbritannien vor allem die eigene Wirtschaft stärken. Schon heute ist das Land weltweit führend bei der Produktion kleiner Satelliten. Dies wiegen oft nur wenige Kilogramm und sind für spezielle Aufgaben konstruiert. Experten gehen davon aus, dass dieser Markt in den nächsten Jahren weiter stark wachsen wird. Davon möchte auch das schottische Startup Orbex profitieren, das sich darauf spezialisiert hat, diese kleinen Mini-Satelliten ins Weltall zu bringen. Insgesamt erhofft sich die britische Regierung durch den neuen Weltraumbahnhof einen zusätzlichen wirtschaftlichen Impuls in Höhe von 3,8 Milliarden britischen Pfund in den nächsten zehn Jahren.

Entscheidend ist ein günstiger Zugang zum Weltraum

Die Startrampe in A’Mhoine soll bis zum Jahr 2020 fertiggestellt werden. Parallel dazu sucht die Regierung aber auch noch Standorten für sogenannte horizontale Starts. Dabei werden die Raketen zunächst von Flugzeugen auf eine bestimmte Höhe gebracht und starten dann von dort. Das Raufahrtunternehmen Virgin Galactic wiederum plant einen solchen Startbahnhof im süditalienischen Grottaglie. Hier ist aber noch unklar, wann das Projekt tatsächlich realisiert sein wird und inwieweit auch andere Firmen das Gelände nutzen können. Für die britische Regierung wiederum ist es wichtig, dass die einheimischen Firmen über einen kostengünstigen Zugang zum Weltraum verfügen. Um sich in diesem Punkt nicht auf andere Länder und Unternehmen verlassen zu müssen, wurde nun die Entscheidung für einen eigenen Weltraumbahnhof getroffen.


Via: BBC

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