Einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge sind im Osten Deutschlands wesentlich mehr Frauen berufstätig als im Westen. Der Unterschied ist zwischen 2006 und 2012 sogar noch größer geworden. Trotz der Differenz, die wohl bei dem einen oder anderem Stammtisch heute Abend für Gesprächsstoff sorgen wird, kann insgesamt eine positive Entwicklung der Erwerbsquote von Frauen in Ost und West festgehalten werden.


Sachsen ist Spitzenreiter

In vielen Familien Westdeutschlands ist der Mann nach wie vor der Hauptverdiener. In den neuen Bundesländern hingegen sind deutlich mehr Frauen berufstätig, obwohl im Westen mittlerweile mehr als jede zweite Frau einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgeht. Die Quote von Frauen mit Job beträgt im Osten 57,9 Prozent. Der Westen liegt mit 50,9 Prozent ein Stückchen zurück. Den Schnitt von stabilen 50 Prozent konnten die ostdeutschen Bundesländer schon 2006 nachweisen. In der aktuellen Studie übernimmt Sachsen die Spitzenreiterposition. Hier arbeiten 58,5 Prozent der Frauen. Hier kann sich das Saarland mit einer recht bescheidenen Quote von 47,2 Prozent noch eine Scheibe abschneiden. Gegenstand der Studie waren Zahlen aus den Jahren 2006 und 2012. Dabei wurden bundesweit 295 Landkreise und 106 kreisfreie Städte untersucht.


Insgesamt steigen die Zahlen

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass in den neuen und auch in den alten Bundesländern ein positiver Trend im Hinblick auf die Erwerbsquote der Frauen vorliegt. Insgesamt wird jedoch auch eine größere Differenz beobachtet. Betrug diese im Jahr 2006 noch 5,1 Prozentpunkte, kletterte der Abstand 2012 auf 7.0 Prozentpunkte herauf. „Die Ost-Rollenbilder waren sehr lange egalitär geprägt – also beide Geschlechter in der Regel berufstätig. Im Westen ist dieses gleichberechtigte Doppelverdienermodell weniger stark verbreitet. Hier ist meist der Mann der Hauptverdiener“, so Kirsten Witte von der Bertelsmann-Stiftung. Als Grund für den Unterschied werden Differenzen der Sozialisierung in der DDR und der Bundesrepublik genannt.

In Deutschland haben 59,2 Prozent der Männer einen Job. Die Frauen haben bisher noch das Nachsehen mit einer Quote von 51,8 Prozent. Im Bereich der Politik haben die Frauen jedoch in den letzten Jahren deutlich aufgeholt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.