Im nächsten Jahr wird die sogenannte Rote Liste der bedrohten Brutvögel aktualisiert. Schon jetzt ist klar: Vielen der hierzulande heimischen Vogelarten geht es nicht besonders gut. Die Gründe dafür sind vielfältig. So gehen durch die intensive Landwirtschaft und die zunehmende Flächenversiegelung immer mehr natürliche Lebensräume verloren. Auch der Einsatz von Pestiziden und von Dünger bringt Probleme für viele der Populationen mit sich – etwa weil sich dadurch die Zahl der Insekten reduziert. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels. So trocknen immer mehr Moore und andere Feuchtgebiete aus. Auch dadurch verringern sich die Lebensräume für die Tiere. Bei Zugvögeln existieren zudem zwei besondere Probleme: Zum einen gibt es auch in den südlichen Gebieten immer weniger Brutplätze. Zusätzlich sind die Tiere während des Flugs von illegaler Jagd bedroht.


In sieben einfachen Schritten zum Vogelschutz:

Auch Wissenschaftlern des „Cornell Lab for Ornithology“ bereitet diese Entwicklung sorgen. Ein Teil der genannten Probleme kann natürlich nur durch entschiedenes Handeln der Politik gelöst werden. Die Forscher benannten aber auch sieben Schritte, die jeder in Sachen Vogelschutz unternehmen kann:


1. Fensterscheiben sichern: Das Glas von Fenstern ist für die Vögel oftmals nur schwer zu erkennen. Die Folge sind schwerwiegende Kollisionen. Einfache Aufkleber können hier schon Abhilfe schaffen.

2. Katzen im Haus halten: Jedes Jahr werden alleine in den USA und Kanada 2,6 Milliarden Vögel durch Katzen getötet. Diese nicht einheimischen Tiere sollten daher aus Sicht des Vogelschutzes nicht frei herumlaufen.

3. Weniger Rasen, mehr einheimische Pflanzen: Wie bereits erwähnt, gibt es für viele Vogelarten schlicht nicht mehr genug Lebensräume. Zumindest einen kleinen Beitrag, dies zu ändern, kann jeder in seinem eigenen Garten leisten.

4. Pestizide vermeiden: Die Pflanzenschutzmittel können den Tieren bei direktem Kontakt unmittelbaren Schaden zufügen. Es gibt aber auch indirekte Folgen – etwa wenn die Vögel besprühte Pflanzen essen. Auch die Insekten profitieren von weniger Pestiziden.

5. Kaffee aus ökologischem Anbau trinken: Hier gibt es unterschiedliche Anbaumethoden. Traditionell wird Kaffee im Schatten von umstehenden großen Bäumen angebaut. Dies bietet für viele Vögel wichtigen Lebensraum. Die heute beim konventionellen Anbau genutzten Monokulturen sind hingegen problematisch.

6. Plastik vermeiden: Es dauert mehrere hundert Jahre bis die Kunststoffe sich auf natürliche Art und Weise abgebaut haben. Bis dahin stellen sie eine Gefahr für die Tierwelt dar. Am besten ist es daher, erst gar keinen Plastikmüll zu produzieren.

7. Vögel beobachten und Informationen teilen: Die Vogelzählung in Deutschland und der Europäischen Union beruht auf der Arbeit von Freiwilligen. Beteiligen kann sich dabei jeder.

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Noch können sich die Bestände wieder erholen

Wissenschaftler betonen zudem, dass es noch nicht zu spät ist, um das Vogelsterben zu stoppen. Hoffnung machen ihnen vor allem Beispiele aus der Vergangenheit. So sorgte das Insektizid DDT Anfang der 1960er Jahre dafür, dass die Eierschalen unter anderem von Uhus und Wanderfalken brüchig wurden. Nachdem dieser Zusammenhang nachgewiesen und öffentlich bekannt wurde, kam es zum Verbot der Chemikalie. Seitdem haben sich die Bestände massiv erholt. Auch das europaweite Jagdverbot für Zugvögel sorgte dafür, dass es den betroffenen Vogelarten heute deutlich besser geht. Noch ist es also nicht zu spät, um dem Problem durch entschiedenes Handeln entgegenzutreten. Klar ist aber auch: Ist eine Vogelart in einem bestimmten Gebiet erst einmal ausgestorben, kann sie nicht so einfach wieder angesiedelt werden. Daher gilt: Je schneller gehandelt wird, desto besser.

Via: Cornell University

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