Astronauten werden vor ihren Flügen ins All selbstverständlich umfassend medizinisch untersucht. Dennoch ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass es zu gesundheitlichen Problemen kommt. So könnte es bei einer zukünftigen Marsmission etwa zu dem Fall kommen, dass bei einem der Astronauten dringend der Blinddarm entfernt werden muss. Einen Chirurgen von der Erde aus einzufliegen, wäre unrealistisch und würde wohl auch zu lange dauern. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird daher mit einem anderen Lösungsansatz experimentiert: Robotern, die sich von der Erde aus steuern lassen und auch extrem schwierige Aufgaben übernehmen können. Zu Testzwecken ist man nun aber zunächst einmal den umgekehrten Weg gegangen. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat von der internationalen Raumstation aus einen Roboter in Bayern gesteuert.


Der Roboter musste Solarmodule reinigen

Dieser trägt den Namen „Rollin Justin“ und erhielt schon in der Vergangenheit Befehle von Astronauten. Um zu sehen, wie weit die Technologie inzwischen ist, werden die Aufgaben allerdings jedesmal ein wenig schwieriger. So mussten diesmal Solarmodule gewartet und gereinigt werden. Zu Beginn lässt Gerst den Roboter aber zunächst einmal fröhlich in die Runde winken. Anschließend hat der deutsche Astronaut zu Beginn Schwierigkeiten mit der Orientierung und lässt den Roboter nur in sehr kleinen Schritten voranschreiten. Im Laufe der Zeit funktioniert die Abstimmung zwischen Mensch und Maschine aber immer besser. Am Ende sind die Solarmodule schließlich akkurat gereinigt und gewartet. Gerst musste zudem nicht jeden kleinen Schritt konkret vorgeben. Stattdessen kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um Justin eine gewisse Eigenständigkeit zu geben.


Die Technik soll auch auf der Erde zur Anwendung kommen

Je selbstständiger die Roboter arbeiten, desto mehr von ihnen kann ein Astronaut auf einmal steuern und kontrollieren. Die Experimente des Raumfahrtzentrums dienen aber nicht nur dem Einsatz im Weltall. So arbeitet das DLR aktuell mit der Caritas zusammen, um Roboter in einem Pflegeheim in Garmisch-Patenkirchen zum Einsatz zu bringen. Dort werden die Maschinen dann nicht mehr aus dem All gesteuert, sondern sollen den Bewohnern selbstständig etwas zu trinken reichen oder die Betten machen. In Deutschland wird zudem aktuell verstärkt an Robotern für die Katastrophenhilfe gearbeitet. Diese sollen beispielsweise in atomar oder chemisch verseuchten Gebieten schnell Hilfe leisten können. Alexander Gerst wiederum dürfte hoffen, dass Justin und seine Nachfolger ihm zukünftig auch im All etwas Arbeit abnehmen werden.

Via: DLR

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