Unsere Ozeane haben mit einer Vielzahl an Problemen zu kämpfen. Diese beginnen bei der immer größer werdenden Verschmutzung mit Plastikmüll, gehen über das Aussterben bedrohter Tierarten und reichen bis hin zur massiven Überfischung in vielen Gebieten. Die Staaten der Weltgemeinschaft sind nun allerdings in New York zu einer UN-Konferenz zusammengekommen, die sich erstmals ausschließlich mit dem Schutz der Meere befasst. Gleich zu Beginn konnte Gabuns Präsident Ali Bongo Ondimba mit einer guten Nachricht aufwarten: Er kündigte an, zukünftig das größte Meeresschutzgebiet Afrikas einzurichten. Die neue Schutzzone wird insgesamt 53.000 Quadratkilometer umfassen – was in etwa 23 Prozent des gesamten Seegebiets von Gabun entspricht.


Bild: Ocean, bostonandstjohns, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die UN streben eine deutliche Ausweitung der Meeresschutzgebiete an

Das vergleichsweise kleine afrikanische Land befindet sich damit ganz auf der Linie der UN-Vorschläge zur Verbesserung der Situation in den Ozeanen. Denn die Experten der Weltgemeinschaft haben zu Beginn der Konferenz unter anderem vorgeschlagen, mindestens zehn Prozent der küstennahen Gewässer unter Schutz zu stellen. Bisher ist die Weltgemeinschaft von diesem Ziel noch weit entfernt: Lediglich 3,5 Prozent der entsprechenden Meeresflächen gelten als Schutzgebiet. Ein komplettes Fischfangverbot herrscht sogar nur in 1,5 Prozent der küstennahen Ozeangebiete. Insbesondere die Ozeane rund um den afrikanischen Kontinent gelten als extrem artenreich – leiden aber darunter, dass internationale Fischfangflotten dort sehr stark aktiv sind. Strenge Meeresschutzgebiete könnten einen Ansatz darstellen, diese Problematik dauerhaft zu lösen.

Küstennahe Schutzgebiete verhindern das Artensterben und tragen zum Kampf gegen den Klimawandel bei

Eine Studie der University of New York kam vor kurzem jedenfalls zu dem Ergebnis, dass Schutzreservate in den Ozeanen gleich mehrere Vorteile mit sich bringen: Sie wirken der Übersäuerung der Meere entgegen, verhindern das Korallensterben, unterstützen die Artenvielfalt und können in Küstenfeuchtgebieten sogar klimaschädliches CO2 binden – und so zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen. Aber auch aus umgekehrter Sicht ist die Einrichtung solcher Schutzgebiete sinnvoll: Sie sorgen dafür, dass die dort vorhandene Flora und Fauna robuster wird und somit besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet ist. Viele Experten und Naturschützer hoffen daher, dass schon bald weitere Staaten dem Vorbild von Gabun folgen und erhebliche Teile ihrer Meeresgebiete unter Schutz stellen.


Via: National Geographic

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