Kanada hat Ende letzten Jahres den Schritt getan und Cannabis komplett legalisiert. Bei uns ist einzig das kaum psychoaktive Cannabinoid CBD erlaubt, doch regelmäßigen machen Gerüchte die Runde, dass auch dies in der EU verboten werden soll. Vielen Menschen will einfach nicht in den Kopf, warum Cannabis so viel gefährlicher sein soll als Alkohol. Wie ist es zum Totalverbot gekommen?


Bild: Bokske [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Cannabis als Konkurrent verschiedener Industrien

Cannabis war einst ein wahres Allzweckmittel, es diente der Medikamentenherstellung, der Kleidungs- und Papierproduktion, aber auch als Rauschmittel nur so zum Spaß. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts geriet die Substanz in den Verdacht, unkontrolliertes sexuelles Verlangen, Persönlichkeitsveränderungen und Gewalttätigkeiten auszulösen, ohne dass es handfeste Beweise dafür gab. Vor allem der US-amerikanische Harry Anslinger machte sich für ein Verbot stark und trat zu einem echten Kreuzzug gegen Cannabis an. Sein Einfluss ging weit über Amerika hinaus und bewirkte, dass schlussendlich in vielen Ländern die „gefährlichen“ Hanfprodukte komplett aus dem Verkehr gezogen wurden.  Bei dieser Entwicklung soll auch das Aufkommen der Kunstfaserindustrie eine Rolle gespielt haben, da Hanffasern eine starke und kostengünstige Konkurrenz darstellten. Zahlreiche Hanf-Freunde vermuten heute, dass dies längst nicht alles ist. Schließlich steht Cannabis im Ruf, Schmerzen und verschiedene Leiden zu lindern und steht damit auch der Pharmaindustrie im Weg, die natürlich ebenfalls ihre Produkte möglichst weiträumig verkaufen möchte. Das bereits erwähnte Cannabidiol (CBD), das aus dem weiblichen Hanf stammt, wirkt beispielsweise entzündungshemmend und entkrampfend, es kann Ängste lösen und Übelkeit dämpfen.

Cannabinoide als körpereigene Stoffe

Übrigens: Der menschliche Körper produziert selbst Cannabinoide! Manche unserer Nervenzellen besitzen deshalb exakt passende Rezeptoren für solche Substanzen, an die auch das Tetrahydrocanabinol (THC) aus dem Cannabis perfekt andocken kann. Im Hirnstamm, der die wichtigsten Körperfunktionen regelt, befinden sich diese Andockstellen nur in winziger Zahl, sodass Cannabis im Unterschied zum Alkohol weder die Atmung noch den die Herzfrequenz oder den Blutdruck besonders beeinflusst. Somit erscheinen Spirituosen durchaus gefährlicher als Cannabis, zudem Alkohol ein absoluter Fremdstoff für den Körper ist. Denkt aber dran: Trotzdem kann Cannabis abhängig machen und jungen Gehirnen Schaden zufügen. Ganz freigesprochen ist das Rauschmittel damit nicht.


Quelle: quarks.de, zeit.de

 

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. eisvogel

    7. April 2019 at 19:07

    Idioten, die sich die Birne zudröhnen wollen, finden einen Weg, egal ob legal oder nicht.
    Es wäre mir auch völlig egal, solange meine Kinder die Finger davon lassen und Unschuldige nicht Opfer von Drogensüchtigen werden,
    wie z.B. im Straßenerkehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.