Das niederländische Startup Hardt ist eine Ausgründung der TU Delft. Zu Beginn machte das Unternehmen vor allem mit einer spektakulären Ankündigung Schlagzeilen: Bis zum Jahr 2021 sollte eine Hyperloop-Verbindung zwischen Amsterdam und Paris entstehen. Die geplante Fahrzeit lag bei lediglich dreißig Minuten. Inzwischen hat man sich von diesem extrem ambitionierten Zeitplan allerdings wieder verabschiedet. Dennoch wird in den Niederlanden weiterhin akribisch an der Realisierung des Hyperloops gearbeitet. Sichtbar wird dies unter anderem an der Tatsache, dass nun die erste europäische Teststrecke in Originalgröße fertiggestellt wurde. Diese ist zwar nur rund dreißig Meter lang, verfügt aber über ein besonderes Feature: Mit der Lane-Switch-Technologie soll getestet werden, wie die Kapseln möglichst ohne Geschwindigkeitsverlust die Spur wechseln können.


Bild: Hardt

In zwei Jahren sollen drei Kilometer Teststrecke zur Verfügung stehen

Dies kann etwa notwendig sein, um in einem voll ausgebauten Tunnelsystem von einer Nebenröhre wieder in die Hauptröhre zu wechseln. Auch sonst ist die Teststrecke mit allen Funktionen eines Hyperloops ausgestattet. In der Röhre kann also ein Vakuum erzeugt werden, was den Luftwiderstand deutlich reduziert. Auch die magnetische Levitation, die letztlich Geschwindigkeiten von mehr als 1.000 Stundenkilometern ermöglichen soll, kann dort erprobt werden. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die Teststrecke zudem auf drei Kilometer erweitert werden. Parallel ist der Aufbau eines „European Hyperloop Centre“ geplant. Dabei wird es sich um ein Forschungs- und Entwicklungszentrum handeln, das die Teststrecke betreibt und im Idealfall auch erstmals die geplante Höchstgeschwindigkeit realisiert. Ob auch andere Firmen und Forschungseinrichtungen die Test-Röhre nutzen können werden, ist aktuell noch unklar.

Der Hyperloop könnte Flüge überflüssig machen

Der Bau einer ersten europäischen Teststrecke stellt einen wichtigen Meilenstein dar. Denn bisher hatten in diesem Punkt vor allem US-Startups die Nase vorn. Die Technologie hat zudem das Potential, ein aktuell heftig diskutiertes Problem zu lösen. Denn bisher sind Flugreisen einerseits oftmals die mit Abstand schnellste Möglichkeit ans Ziel zu kommen. Auf der anderen Seite sind sie aber auch besonders klimaschädlich. Mit dem Hyperloop könnten die Reisezeiten über Land soweit minimiert werden, dass – zumindest theoretisch – weniger Flüge notwendig wären. Noch aber ist völlig unklar, ob die Technologie jemals den Durchbruch schaffen wird. Das Startup Hardt zumindest scheint gut gerüstet, um die noch zu bewältigenden Aufgaben zu lösen: Zu den Anteilseignern gehören unter anderem die Deutsche Bahn, Continental, Tata Steel und ABB.


Via: Hardt

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1 Kommentar

  1. Der Frager

    3. Juli 2019 at 11:24

    Hoffentlich baut jemand mal 10 km. Dann sehen sie endlich was für ein Unsinn das Ganze ist. Ein Vakuum auf Längen von hunderten Kilometer Röhren zu halten ist utopisch.

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