Lange Zeit wurde der Weltraum vor allem aus rein wissenschaftlichem Interesse erkundet. Inzwischen gibt es aber auch immer mehr Privatfirmen, die Geschäftsmodelle für das All entwickeln. SpaceX von Elon Musk ist dafür nur das bekannteste Beispiel. Damit Deutschland hier nicht den Anschluss verliert, fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ein stärkeres Engagement der Politik. Konkret wünschen sich die Verbandsvertreter den Bau eines eigenen deutschen Weltraumbahnhofs. Dort könnten dann sogenannte Micro-Launcher starten und kleine – aber dennoch leistungsfähige – Satelliten in den Weltraum befördern. Zwei mögliche Standorte wurden auch schon benannt: Nordholz in der Nähe von Cuxhaven oder Rostock. An beiden Standorten steht heute schon ein regulärer Flughafen, der vergleichsweise einfach erweitert werden könnte.


Bild: Marcus Sümnick [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)]

Der Raumfahrtstandort Deutschland soll gefördert werden

Ein eigener deutscher Weltraumbahnhof ist aber kein reines Prestigeprojekt. Stattdessen soll er einheimische Firmen bei der Kommerzialisierung des Weltraums unterstützen. Die Vorteile einer eigenen Startmöglichkeit sind offensichtlich: So müssten hierzulande gebaute Satelliten nicht mehr erst ins Ausland gebracht werden. Außerdem entfallen teilweise hohe Gebühren für die Starts. Das dadurch eingesparte Geld können die Firmen stattdessen in die Entwicklung ihrer Produkte investieren. Außerdem würde ein eigener Weltraumbahnhof dazu beitragen, die hierzulande bereits existierende Expertise in der Luft- und Raumfahrttechnik weiter zu fördern. Allerdings dürfte der Bau eines eigenen Weltraumbahnhofs auch nicht ganz preiswert sein. Denn andernfalls würde die Industrie wohl nicht nach dem Staat rufen.

Rechtssicherheit ist die Voraussetzung für Investitionen

Hier muss also die Politik entscheiden, ob sie die Investitionen für sinnvoll hält oder das Geld lieber an anderer Stelle ausgibt. Bei einer anderen Forderung des BDI haben sich die Koalitionsparteien hingegen grundsätzlich schon geeinigt: Im Koalitionsvertrag ist die Verabschiedung eines Weltraumgesetzes geplant, um privaten Firmen Rechts- und Investitionssicherheit zu verschaffen. Dies wiederum wäre eine Voraussetzung, um auch internationale Investoren für den deutschen Raumfahrtstandort zu gewinnen. Bisher hat die Regierung aber noch keinen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt. Andere Länder sind da schon weiter. So haben unter anderem die Vereinigten Staaten und Luxemburg bereits entsprechende Regelungen für den Bergbau im Weltraum verabschiedet. An diesen könnte sich theoretisch auch Deutschland orientieren.


Via: Der Spiegel

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