Multiresistente Bakterien werden in der Medizin zu einem immer größeren Problem. Denn die dadurch ausgelösten Infektionen lassen sich auch mit den bekannten Antibiotika nicht behandeln und enden daher oftmals tödlich. Zwar wurde Anfang letzten Jahres ein neues Antibiotikum entdeckt, doch grundsätzlich hinkt die Pharmaforschung der Entwicklung hinterher. Forscher der „University of British Columbia“ wählten daher nun einen alternativen Ansatz. Sie hörten von einer traditionellen Heilmethode eines Stamms der Heiltsuk-Indianer. Diese beruhte auf der Behandlung mit dem Schlamm einer bestimmten Tonerde. Grund genug für die Wissenschaftler die Eigenschaften dieses Schlamms einmal genauer zu untersuchen. Das erstaunliche Ergebnis: Die natürlich vorkommende Tonerde tötet tatsächlich selbst multiresistente Keime ab.


Nach nur einem Tag waren alle multiresisten Keime unschädlich gemacht

Getestet wurde das Naturheilverfahren an insgesamt 16 bekannten multiresistenten Bakterienstämmen, die aus Krankenhäusern in Kanada stammten. In Wasser aufgelöste Tonerde war dann in der Lage diese Bakterien unschädlich zu machen. Der erste Erreger war dabei bereits nach fünf Stunden ausgeschaltet – nach rund 24 Stunden waren dann sämtliche Bakterien abgetötet. Weitere Tests ergaben zudem, dass der Heilschlamm auch gegen Pilzinfektionen wirksam ist. Aus Erzählungen der Indianer weiß man zudem, dass der Naturheilstoff auch bereits gegen Darmentzünungen, Arthritis und Hautirritationen eingesetzt wurde. Abgebaut wird die Tonerde dabei in der Kismeet-Bucht rund 400 Kilometer nördlich von Vancouver.


Bisher sind keine Berichte über Nebenwirkungen bekannt

Die Forscher sind zudem zuversichtlich schon bald ein Medikament präsentieren zu könne, dass auf der Heilwirkung des Tonschlamms basiert. Dieser Optimismus liegt vor allem in zwei Dingen begründet: Zum einen wird der Schlamm bereits seit Jahren von Menschen zur Behandlung genutzt, ohne dass eine größere Anzahl an Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten aufgetreten sind. Der Heilschlamm scheint also grundsätzlich zur Behandlung von Menschen geeignet. Außerdem bleibt die antibakterielle Wirkung des Tons auch erhalten, wenn dieser in Wasser gelöst wird. Es gibt übrigens noch eine Vielzahl weiterer Berichte über Naturstoffe, die von den Indianern zur Behandlung eingesetzt werden. Auch da könnte sich zukünftig ein genauerer Blick lohnen.

Via: American Society for Microbiology

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