Die indische Regierung gehörte lange Zeit zu den Skeptikern bei den Verhandlungen im Vorfeld des Weltklimavertrags von Paris. Inzwischen allerdings hat das riesige Land eine Art eigene Energiewende ins Leben gerufen. So sollen ab dem Jahr 2022 keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut werden. Stattdessen ist ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien geplant. Die ersten Projekte haben dabei die Planungs- und Bauphase bereits überstanden und wurden an das staatliche Stromnetz angeschlossen. In Sachen Solarenergie konnte beispielsweise in den letzten drei Jahren die Gesamtleistung von 3.000 MW auf 10.000 MW gesteigert werden. Als Vorzeigeprojekt gilt beispielsweise der Flughafen von Kochi, der ausschließlich mit Solarenergie betrieben wird. Ein weiterer Solarausbau ist zudem in Planung: Noch in diesem Jahr sollen 8,8 GW an neuen Solarkraftwerken hinzukommen.


Via: Gizmag Copyright: Cochin International Airport Limited

Die Stromnachfrage in Indien nimmt beständig zu

Langfristig hat die indische Regierung zudem noch viel größere Pläne: Bis zum Jahr 2022 sollen die Erneuerbaren Energien eine Leistung von 175 Gigawatt zur Energieversorgung des Landes beitragen. Dazu gehört allerdings nicht nur die Solarenergie, sondern auch Wasserkraft, Windkraft und Geothermie. Der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien ist auf dem indischen Subkontinent allerdings auch nötig. Denn die Nachfrage nach Strom steigt dort beständig an. Prognosen gehen davon aus, dass beispielsweise die Stromnachfrage sich bis zum Jahr 2030 verdreifachen wird. Dies hängt zum einen mit einem steigenden Lebensstandard der Bevölkerung zusammen. Zum anderen werden aber auch schlicht immer mehr Haushalte an das Stromnetz angeschlossen.

Saubere Energie kann auch die Luftqualität verbessern

Eine nachhaltige Stromproduktion ist allerdings nicht alles. Vielmehr muss die Energie auch sicher zu den Endkunden transportiert werden. In diesem Punkt haben die indischen Stromversorger ebenfalls noch Nachholbedarf: Das Land wird immer wieder von Stromausfällen geplagt. Allerding könnte hier gerade die Solarenergie einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Denn diese ergänzt sich in ihren Leistungszyklen vergleichsweise gut mit den Nachfragespitzen. So produzieren die Solarmodule bei enormer Hitze am meisten Strom. Gleichzeitig steigt aber auch die Nachfrage an, weil überall die Klimaanlagen aufgedreht werden. Eine saubere Energieversorgung in Indien schützt zudem nicht nur das Klima, sondern kann auch dazu beitragen, die enorme Smogentwicklung in den Großstädten zu minimieren.


Via: Inhabitat

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