Der menschliche Fingerabdruck ist einzigartig und wird schon seit längerem als Authentifizierungsmethode für Sicherheitssysteme benutzt. Nach einem sehr ähnlichen Prinzip ließen sich auch Chips sicherer gestalten, so beispielsweise die kleinen Chips, die oft auf EC- oder Kreditkarten zu finden sind.


Foto:  Credit cards, Sean MacEntee, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Credit cards, Sean MacEntee, Flickr, CC BY-SA 2.0

Silizium-Fingerabdruck auf Chips

Die entsprechende Methode hört auf den Namen “physically unclonable function”, oder kurz PUF. Jeder auf Silizium basierter Chip erhält bei der Herstellung einen individuellen Fingerabdruck, der so gut wie nicht reproduziert werden kann. “It’s a biometric in a way. Each chip is born with unique characteristics that are completely uncontrollable and different, just like a fingerprint”, erklärt Boris Kennes von der Firma Intrinsic-ID in Eindhoven in den Niederlanden. Der Fingerabdruck des Chips entsteht durch die Anordnung der Silizium-Kristalle auf der Oberfläche der Chips.

Wir leben in einer Welt, in der immer mehr Geräte in Kontakt mit dem Internet kommen. Dazu gehören nicht nur Kreditkarten, sondern auch Haushaltsgeräte, Wetterstationen und viel mehr kleine Geräte und Gadgets, von denen viele keine lange Lebensdauer haben. All diese Geräte mit Sicherheitsfeatures wie etwa Apples Security Enclave auszurüsten wäre kostentechnisch ein zu hoher Aufwand. Features wie die PUF könnten dabei Abhilfe schaffen.


PUFs als zusätzliches Sicherheitsfeature

Wie auch bei menschlichen Fingerabdrücken ist auch der Fingerabdruck eines Chips nur dann eine sinnvolle Authentifizierungsmethode, wenn er auch gelesen werden kann. Dies ist aber nicht besonders schwer: Die Anordnung kann abgelesen werden, wenn eine elektrische Spannung durch den Chip fließt. Die entsprechende Erkennungstechnologien sind aber erst seit kurzem genau und effizient genug um auch in billigeren Geräten eingesetzt werden zu können. Theoretisch sollte die Tatsache, dass die Anordnung der Kristalle nur dann erkannt werden kann, wenn Strom durch den Chip fließt, sogar eine zusätzliche Sicherheitsvorkehrung.

Bevor PUFs aber weiter verbreitet werden, muss ihre Sicherheit genauer auf den Prüfstand. So untersuchte beispielsweise die Universität Darmstadt unterschiedliche Arten von PUFs und fand bei dreien eine Anfälligkeit bei Temperaturerhöhung der Chips. Generell wird die Technologie aktuell nicht als der heilige Gral der Sicherheitstechnologien betrachtet, sondern eher als zusätzliches Sicherheitsfeature, das ein weiteres Hindernis für Hacker zusätzlich zu bestehenden Methoden darstellen könnte.

via Newscientist

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