Der öffentliche Nahverkehr spielt weltweit eine immer wichtigere Rolle – zumal er in urbanen Gebieten durchaus als Teil einer Zwischenlösung für steigende Kohlenstoffdioxid-Emissionen herhalten kann. In der Stadt Surabaya in Indonesien wurde nun die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs mit dem Kampf gegen Plastikmüll verbunden. Pendler können dort mit Plastikmüll für ihre Busfahrt zahlen.


Dank Plastikflaschen zwei Stunden mit dem Bus fahren

Durchgesetzt wurde diese Tarifänderung unter Bürgermeisterin Tri „Risma“ Rismaharini, die die neue Zahlungsmethode der Öffentlichkeit präsentierte, als sie neu überarbeitete und bequemere Busse vorstellte.


Die Regierung ist in der Region schon länger darum bemüht, die Nutzung von privaten Fahrzeugen zu vermindern. Durch den Ausbau und Programme wie eben den Tausch von Plastikmüll gegen Busfahrkarten soll der Anteil privater Fahrzeuge am Verkehr von 75 Prozent auf 50 Prozent gesenkt werden.

Das Prinzip ist im Grunde sehr einfach: In Recyclinghöfen oder an ausgewählten Handschellen können von zu Hause eingesammelte Plastikabfälle gegen Bustickets eingetauscht werden, die dann zwei Stunden lang gültig sind.

Angesichts der 187,2 Millionen Tonnen Plastikabfall, die Indonesien pro Jahr produziert (weltweit liegt das Land damit hinter China auf Platz 2), werden solche Maßnahmen wohl eher kleine Korrekturen vornehmen und größer angelegte Programme zur Müllvermeidung nicht ersetzen können. Dennoch ist die Idee, den öffentlichen Nahverkehr auf diese Art und Weise attraktiver zu machen, durchaus interessant.

2015 wurde Risma zu einer der weltbesten Bürgermeisterinnen beim Thema Förderung von sozialer, wirtschaftlicher und umweltfördernder Politik ernannt. Unter ihr hat sich in Surabaya einiges verändert. So wurde zum Beispiel der größte Rotlichtbezirk von Südostasien unter ihrer Führung dichtgemacht. Wo einst Prostituierte ihre Dienste anboten, stehen heute Kindergärten und Spielplätze. Rismas Programm zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs ist ein weiterer interessanter Ansatz, der sich nun nur noch bewähren muss.

via Asian Correspondent

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