Als einer der ersten Autohersteller der Welt hat BMW ein System vorgestellt, mit dem die Plug-in-Hybridmodelle des Konzerns kabellos aufgeladen werden können. Die Kosten belaufen sich für die Kunden auf insgesamt 3.200 Euro und verteilen sich auf das im Boden installierte GroundPad und das im Fahrzeug verankerte CarPad. Wird das Auto so geparkt, dass die beiden Module unmittelbar übereinander liegen, erzeugt das GroundPad ein magnetisches Feld. Auf diese Weise kann eine Ladeleistung von immerhin 3,2 kW erreicht werden. Die Batterie des BMW 530e iPerformance benötigt damit rund dreieinhalb Stunden, um vollständig geladen zu werden. Anschließend kann der Fahrer bis zu 50 Kilometer alleine mit elektrischer Leistung zurücklegen, bevor er wieder auf den Verbrennungsmotor zurückgreifen muss.


Das System funktioniert drinnen und draußen

Der Wirkungsgrad des Systems namens BMW Wireless Charging liegt bei 85 Prozent – und damit rund sieben Prozentpunkte niedriger als beim klassischen Ladevorgang mithilfe eines Kabels. Dafür sind allerdings auch deutlich weniger Handgriffe nötig. So muss der Fahrer das Auto lediglich oberhalb des GroundPad abstellen. Ob der Ladevorgang gestartet werden kann, bekommt er zudem auf dem Display im Fahrzeug angezeigt. Die Entwickler haben außerdem dafür gesorgt, dass keine besonderen Einparkkünste nötig sind: Das System erlaubt eine Abweichung von bis zu 14 Zentimetern in Querrichtung. Außerdem interessant: Der kabellose Ladevorgang funktioniert sowohl in der Garage als auch im Freien. Dadurch erhöht sich die Zahl der potentiellen Kunden deutlich. Klar ist aber auch: Sobald Fremdkörper innerhalb des magnetischen Systems entdeckt werden, bricht der Ladevorgang ab.

Auch Roboterautos können die Technik nutzen

BMW Wireless Charging wird aktuell als Leasing-Sonderausstattung vermarktet. Die Markteinführung geschah in Deutschland, zeitnah sollen aber auch Großbritannien, Japan, die USA und China folgen. Zusätzliche Bedeutung könnte die induktive Lademöglichkeit bekommen, sobald autonome Fahrzeuge eine größere Verbreitung finden. Denn selbst das beste Roboterauto der Welt kann natürlich nicht selbstständig das Ladekabel in die entsprechende Buchse befördern. Sehr wohl ist es aber denkbar, dass die autonomen Autos über einem GroundPad parken und so den Ladevorgang ermöglichen. Aktuell bietet BMW das induktive Ladesystem ausschließlich für Plug-in-Hybridmodelle an. Noch ist unklar, wann ein entsprechendes System auch für reine Elektroautos auf den Markt kommen wird. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.


Via: Electrek

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1 Kommentar

  1. Jutta Heim

    1. Juni 2018 at 18:52

    Was soll das ganze?
    1. zum induktiven Laden muss das Fahrzeug sehr genau über der Bodenstation positioniert werden. Schon alleine das dauert länger, als einen Stecker einzustecken.
    2. Die Verluste dieser Technologie sind im Vergleich zur konduktiven Ladung sehr viel größer.
    3. Die übertragbare Leistung ist dermaßen gering (50 km pro 3,5 Stunden), dass schon alleine daran die akzeptanz scheitern wird.
    4. Bei Fremdkörpern bricht das System die Ladung ab. Wer sich mit der Technologie ein wenig beschäftigt, weiß, dass bereits ein kleines Stückchen Alufolie, z.B. von einer Verpackung zu Problemen führen kann. Also nur ein Windstoß, und der Benutzer wird sein Auto eben nicht aufgeladen vorfinden.
    5. Die zusätzliche Hardware (Sendespule, Empfangsspule, Kontrolleinrichtung für Fremdkörper, Abschirmung) verteuern die Sache dermaßen, dass wohl kaum einer so viel Geld ausgeben wird.
    6. Und trotz alledem die ersten induktiven Systeme in Betrieb gehen, dann freu ich mich schon über den Aufschrei all derer, die Angst vor Elektrosmog haben.

    Also liebe Redaktion: nur weil die Idee von BMW kommt, muss das noch lange keine Innovation sein. Die Frage dürfte eher umgekehrt lauten: Wann hat BWM das letzte mal etwas brauchbares auf den Markt gebracht?

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