Jedes Jahr im Herbst müssen Kommunen und Privatleute mit jeder Menge Laub zurechtkommen. So wirft alleine eine Buche bis zu 28 Kilogramm an Blättern ab. In Wäldern ist dies kein großes Problem. Dort kann das Laub einfach auf den Boden fallen und bietet dann zahlreichen Kleintieren eine Heimat. In den Städten allerdings müssen die Blätter oftmals entfernt werden – etwa um die Sicherheit auf den Gehwegen zu gewährleisten. Viele Kommunen setzen dabei auf motorisierte Laubbläser. Für die Anwohner ist dies nicht unbedingt eine große Freude. Denn die Geräte erreichen eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel, was in etwa dem Lärm eines Presslufthammers entspricht.


Bild: Gemeinfrei

Privatleute sollten vollständig auf den Einsatz verzichten

Noch schlimmer trifft es allerdings die Kleintiere. Denn in der Streuschicht auf dem Boden leben Würmer, Spinnen, Kleinsäuger und Insekten. Wird das Laub nun großflächig entfernt, fehlt diesen Tieren eine wichtige Nahrungsquelle und entscheidender Lebensraum. Durch den Einsatz der Laubbläser wird dieses Problem allerdings noch verschlimmert. Denn die Kleintiere können aufgesogen oder weggeblasen werden. Beides dürften die Insekten und ihre Mitbewohner nicht überleben. Darauf weist auch das Bundesumweltministerium in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen hin. Die Beamten dort raten daher dazu, die Laubbläser auf Privatgrundstücken gar nicht mehr einzusetzen. Kommunen wiederum sollten die Geräte nur nutzen, wenn keine Alternativen vorhanden sind.

Ein Elektromotor könnte zumindest das Lärmproblem lösen

Eigentlich würde es daher auf der Hand liegen, den Einsatz der Laubbläser gesetzlich zu regeln. Zumal diese oftmals mit einem Benzinmotor ausgestattet sind und so auch für Luftverschmutzung und CO2-Emissionen verantwortlich sind. Doch in diesem Punkt muss das Umweltministerium die Hoffnung vieler Anwohner enttäuschen: Ein Verbot der Geräte ist aus europa- und wettbewerbsrechtlicher Sicht nicht möglich. Zumindest der enorme Lärm könnte aber durch eine recht simple Innovation gemildert werden: Die Firma Calmdura bietet Laubbläser mit Elektromotor an. Genutzt werden diese unter anderem von der Stadtreinigung in Hamburg und Frankfurt. Die Gründer präsentierten ihre Idee zudem auch schon in der Höhle der Löwen. Ein Deal kam dort aber nicht zustande.


Via: Augsburger Allgemeine

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Klein

    18. November 2019 at 13:19

    Pelenc hat einen Laubbläser mit Akku auch schon lange auf dem Markt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.