Diabetischer fuß
Foto: Geschwollener menschlicher Fuß; Urheber Mattes CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Einem aktuellen Bericht des Universitätsklinikum Magdeburg zufolge, soll eine neue Schuheinlage in Zukunft Diabetiker vor dem diabetischen Fuß schützen. Zusammen mit den Firmen ifak System und OrthoFit Schuhtechnik GmbH hat die Klinik eine „intelligente Einlegesohle“ entwickelt, die in Zukunft als Präventivmaßnahme vor schlecht heilenden Wunden und Amputationen im Fußbereich zum Einsatz kommen kann.


Diabetiker spüren weniger in der Fußgegend

Diabetes mellitus ist eine weit verbreitete Erkrankung, die auch in Deutschland jedes Jahr vermehrt auftritt. Zu hoher Blutzucker schädigt dabei unter anderem die peripheren Nervenbahnen, welche wiederum bis in die Zehenspitzen verlaufen. Diese Nervenbahnen sind dafür verantwortlich, dass wir Drücke und Berührungen spüren können. Kommt es zu einer Schädigung, werden sensible Einwirkungen aber auch Schwellungen, die einen Druck verursachen, nicht mehr richtig an das Gehirn weitergeleitet. Die Betroffenen haben somit nur noch ein eingeschränktes Schmerzempfinden und merken zudem nicht, wenn der Fuß im Schuh beispielsweise anschwillt. Laut dem Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie, Prof. Dr. Peter Mertens treten bei knapp der Hälfte der Diabetiker nach etwa zehn Jahren starke Schädigungen der peripheren Nervenbahnen in der Fuß-Gegend auf.

Die eingeschränkte Wahrnehmung von Druckeinwirkungen und Belastungen der Füße können schlimme Folgen mit sich führen. Während gesunde Menschen mit einem intakten Nervensystem rechtzeitig eine Belastung in einem der Füße spüren, wechseln diese intuitiv auf den anderen Fuß und entlasten beide Füße umgehend. Diabetiker mit geschädigten peripheren Nervenbahnen bemerken das jedoch nicht, so dass in der Folge recht schnell auch Druckgeschwüre entstehen können. Befindet sich dann auch noch ein Stein im Schuh und wird dieser nicht bemerkt kann eine Schädigung des Gewebes und damit einhergehende offene Wunden ungewollt erzielt werden.


Die intelligenten Fußsohlen sind erfolgsversprechend

Die neuen und intelligenten Einlegesohlen für Diabetiker verfügen über Drucksensoren und acht Temperatursensoren, die in den gefährdeten Fußsohleregionen stets Messungen vornehmen und den Fuß dauerhaft überwachen. Die in den Einlegesohlen implementierten Computerchips kommunizieren über das Smartphone der Nutzer, welches wiederum Feedback über eine spezielle Applikation ausspuckt. Wird es kritisch und treten Ungleichmäßigkeiten auf, warnt die App mit einem einfachen System, welches einer Ampel gleich kommt. Während die Farbe Grün keine Gefahr suggeriert, sollte bei dem Aufblitzen der Farbe Gelb der Fuß entsprechend schleunigst entlastet werden. Geht es in den roten Bereich über, meldet sich das Smartphone per Signalton und Vibration zurück. Bei einem Temperaturanstieg sollten die Füße entlastet werden. Kündigt sich ein Geschwür an, wird die Kontrolle des betroffenen Fußes durch den Patienten empfohlen. Zudem sollte eine Vorstellung beim Arzt zeitnah in Erwägung gezogen werden.

Die intelligenten Einlegesohlen für Diabetiker befinden sich aktuell noch in der Studien-Phase. Bisher konnten die intelligenten Schuhsohlen bei 20 Patienten erfolgreich getestet werden. Es geht nun in die Langzeitstudie, so dass einem Start für die Allgemeinheit in naher Zukunft nichts mehr im Weg stehen kann. Mit den neuen Einlegesohlen ist dem Klinikum zusammen mit den unterstützenden Firmen ein kleiner Meilenstein im Hinblick auf die Bekämpfung des gefährlichen diabetischen Fußes gelungen. Laut der Uniklinik Magdeburg müssen jährlich knapp 45.000 Amputationen vorgenommen werden. Diese hätten durch eine frühzeitige Warnung und einer damit einhergehenden Behandlung jedoch größtenteils vermieden werden können.

Eine gute Fußpflege ist die halbe Miete

Diabetiker sollten prinzipiell die Fußpflege sehr genau nehmen und entzündetes Gewebe weitestgehend vermeiden. Dabei bewirkt auch schon täglich mehrfaches Eincremen wahre Wunder. Die Haut an den Fußen wird somit vor Austrocknungen bewahrt und kann nicht so schnell reißen. Bereits kleine Risse in der Hautoberfläche können schnell zu Entzündungen führen. Diese Entzündungen heilen bei Diabetikern deutlich langsamer als bei gesunden Menschen.

via (nr; idw)

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