In diesem Jahr war es endlich so weit: Nach jahrelangen Vorbereitungen ist es dem Projekt „The Ocean Cleanup“ tatsächlich gelungen, Plastikmüll aus dem Pazifik einzusammeln. Die Mengen sind allerdings bisher noch deutlich zu gering, um die Ozeane tatsächlich signifikant sauberer zu machen. Auch deshalb wollen die Initiatoren das Problem nun an der Wurzel packen. Ihren Schätzungen zufolge gelangt rund achtzig Prozent des Plastikmülls über die Zuflüsse in die Ozeane. Will man das Problem in den Griff bekommen, muss man also dort ansetzen. Deshalb hat Projekt-Gründer Boyan Slat nun den sogenannten Interceptor vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein rund 24 Meter langes Solar-Schiff mit dessen Hilfe auf Flüssen in aller Welt Plastikmüll eingesammelt werden kann.


Das Ziel: 1.000 Schiffe in fünf Jahren

Das Kernstück bildet eine gekrümmte Barriere, die den Abfall aufhält und auf ein Förderband befördert, das mit einem riesigen Container verbunden ist. Ist dieser voll, wird automatisch eine Nachricht an die Helfer an Land geschickt. Diese leeren den Container dann und schicken das Schiff wieder auf die Reise. Insgesamt sollen auf diese Weise täglich rund fünfzig Tonnen Müll eingesammelt werden können. Getestet wurde die Technik bereits auf zwei Flüssen in Indonesien und Malaysia. Weitere Einsätze sind zudem in Vietnam und der Dominikanischen Republik geplant. Die Pläne des Projekts gehen aber noch deutlich weiter: In fünf Jahren sollen die Plastikreiniger auf 1.000 Flüssen in aller Welt im Einsatz sein.


Ein Teil des Mülls kann nicht erfasst werden

Auf diese Weise hält es die Organisation tatsächlich für möglich, die Ozeane vom Plastikmüll zu befreien. Experten sind in diesem Punkt aber eher skeptisch. Sie verweisen darauf, dass nur ein Bruchteil des Mülls tatsächlich an der Oberfläche schwimmt. Mehr als neunzig Prozent der Plastikteile im Wasser schwimmen demnach in tieferen Gebieten und können von den Barrieren gar nicht erfasst werden. Gerade deshalb könnte es aber ein guter Ansatz sein, näher an die Quelle zu rücken und den Müll bereits aus den Flüssen zu fischen. Generell gilt aber natürlich: Es ist besser Plastikmüll direkt zu vermeiden, als diesen später mühsam wieder aus dem Wasser holen zu müssen. Doch noch ist die Weltgemeinschaft von diesem Ziel weit entfernt.

Via: The Ocean Cleanup

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