Seit 125 Jahren hat sich im Bereich der Nummernschilder nicht viel getan. Diese werden noch immer in Metall gestanzt und dann mit Schrauben am Fahrzeug befestigt. In Dubai scheint in diesem Punkt nun aber eine Revolution bevor zu stehen. Denn das Emirat will erstmals digitale Nummernschilder testen. Diese nutzen die eInk-Technologie und sollen zum einen ganz klassisch die einzigartige Kombination aus Zahlen und Buchstaben anzeigen. Gleichzeitig bietet die Technologie aber auch noch viele weitere Möglichkeiten. So können etwa Strafzahlungen und Parkgebühren automatisiert über das Nummernschild beglichen werden. Außerdem ist ein Diebstahlschutz integriert: Meldet ein Fahrer sein Fahrzeug als gestohlen, wird dies auf dem digitalen Nummernschild angezeigt.


Foto: Reviver Auto

Die Hitze in Dubai könnte zum Problem werden

Damit Diebe die doch recht teuren Installationen nicht einfach abschrauben können, werden zudem diebstahlsichere Schrauben genutzt. Das Auto müsste daher massiv beschädigt werden, um die digitalen Nummernschilder zu entfernen. Für mehr Sicherheit soll die Technik auch sorgen. Denn im Falle eines Unfalls werden die Rettungsdienste automatisch informiert. Außerdem können die Nummernschilder auch untereinander kommunizieren. Auf diese Weise werden etwa Informationen über Staus oder Gefahrenstellen schnell verbreitet. Entwickelt wurden die Schilder von der US-Firma Reviver Auto. In Dubai sollen sie nun aber zunächst unter den dort herrschenden Bedingungen getestet werden. So wird geschaut, ob die Technik auch bei großer Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung fehlerfrei funktioniert. Anschließend wird dann über eine vollständige Einführung entschieden.

Datenschützer halten den Ansatz für problematisch

Dann soll auch bekannt gemacht werden, wie viel so ein digitales Nummernschild kosten soll. Bisher ist nicht bekannt, ob auch die Verkehrsbehörden anderer Länder an der Technik interessiert sind. In Deutschland allerdings dürfte es Probleme mit dem Datenschutz geben. Denn theoretisch sind die Behörden durch die digitalen Nummernschilder in der Lage, den Fahrweg aller Autos zu verfolgen. Hier müsste die Software vermutlich angepasst werden. Einige Funktionen werden zudem bereits durch andere technische Lösungen abgedeckt. So ruft auch das eCall-System automatisch einen Rettungswagen – und ist bei allen neuen Modellen in der Europäischen Union Pflicht. Dubai will mittelfristig zudem nicht nur das klassische Nummernschild ersetzen, sondern auch den menschlichen Fahrer: Schon 2030 soll ein Viertel der Fahrten mit autonomen Fahrzeugen stattfinden.

Via: BBC


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