Die internationale Raumstation ISS beflügelt die Phantasie vieler Menschen. Das Leben im Weltraum und die Erforschung des Weltalls sind Kindheitsträume der Menschheit. Doch die Besiedlung des Weltraums ist kein reiner Selbstzweck. Vielmehr führen die Bewohner der Raumstation auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen durch. So ist der momentan an Bord befindliche deutsche Astronaut Alexander Gerst Geophysiker und verantwortlich für die wissenschaftliche Arbeit an Bord. Alleine während seines sechsmonatigen Aufenthalts sind 160 Versuche in den Laboren der Station geplant. So wird beispielsweise momentan untersucht, wie sich Schmelzöfen in der Schwerelosigkeit verhalten. Die Hoffnung ist, dabei neue Materialien zu entdecken, die dann auch auf der Erde zum Einsatz kommen können.


ISS - Neues Video der Internationalen Raumsation
ISS – Neues Video der Internationalen Raumsation

Die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Forschern auf der Erde und denen im Weltall gestaltete sich bisher allerdings nicht ganz einfach. Dies lag nicht zuletzt an den mangelnden Transportfähigkeiten von der ISS zur Erde. Bisher können Proben und Materialien immer nur mit den regulär stattfindenden Versorgungsflügen wieder auf die Erde gebracht werden. Dies führt teilweise zu enormen Verzögerungen. Die amerikanische Weltraumbehörde NASA arbeitet zurzeit allerdings an einer Lösung dieses Problems. Gemeinsam mit der Firma „Intuitive Machines“ wurde eine Raumkapsel entwickelt, die von den Astronauten auf der ISS eigenständig in Richtung Erde geschickt werden kann.

Proben können gezielt auf die Erde geschickt werden

Bisher allerdings existieren von der „Terrestrial Return Vehicle (TRV)“ genannten Neuentwicklung nur Pläne auf dem Bildschirm. Die Idee klingt aber einleuchtend: Die Transportkapseln sollen mit den regulären Versorgungsflügen an Bord der Station gelangen. Dort werden sie zunächst zwischengelagert. Gibt es dann wichtige Proben, die zügig auf die Erde müssen, können die Astronauten diese in das TRV packen und gleichsam abwerfen. Das Transportvehikel orientiert sich dann automatisch in Richtung Erde und soll auch in der Lage sein, den gewünschten Zielort zu finden. Theoretisch muss sich also niemand auf die Suche nach der Weltraumpost begeben, sondern diese landet im Idealfall direkt bei der NASA in Florida.


Betriebsdauer der ISS noch unklar

Auf diese Weise soll es ab 2016 möglich sein, Proben innerhalb von 24 Stunden aus dem Weltraumlabor auf die Erde zu transportieren. Gelingt dies tatsächlich, könnte sich die Effizienz der Weltraumforschung enorm erhöhen. Über die Kosten für Bau und Flug der Kapseln ist bisher noch nichts bekannt. Wie lange allerdings die Internationale Raumstation selbst noch im All verbleibt, ist ebenfalls noch ungeklärt. Technisch dürfte die Plattform noch bis ungefähr 2028 in der Lage sein, Menschen zu beherbergen. Die Finanzierung über das Jahr 2020 hinaus ist allerdings noch nicht komplett gesichert. Der Betrieb der Raumstation kostet gut drei Milliarden Dollar im Jahr. Zuletzt hatte China angekündigt ebenfalls an der Entwicklung einer Raumstation zu arbeiten.

Quelle: DigitalJournal

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