Klassischerweise organisiert die Bahn den Waren- und Personentransport von Bahnhof bis Bahnhof. Schon in den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde aber versucht, das Aufgabenfeld zu erweitern. So erwarb die Deutsche Bahn ganze Speditionen oder vermietete Leihfahrräder. In diese Richtung geht nun auch ein Investment der Bahn-Tochter DB Digital Ventures. Denn das Investmentvehikel beteiligte sich an einer Finanzierungsrunde des britischen Startups Skyports. Das Unternehmen hat sich in der Branche vor allem mit der Konzeption und dem Bau von Landeplätzen für unbemannte Flugobjekte einen Namen gemacht. In Singapur beispielsweise errichtete Skyports eine Start- und Landemöglichkeit für die Flugtaxis des deutschen Unternehmens Volocopter. Das nun eingesammelte Geld soll genutzt werden, um Flächen in Singapur und Los Angeles zu kaufen.


Bild: Deutsche Bahn

Der Münchener Hauptbahnhof soll einen Drohnen-Landeplatz erhalten

Die Bahn möchte die Zusammenarbeit mit dem Startup nun vor allem nutzen, um neue Transportmöglichkeiten zu erproben. So soll unter anderem geschaut werden, wie sich Drohnen in die Lieferkette integrieren lassen. Zunächst geht es dabei vor allem um den Transport von Waren. Später ist aber auch die Vermittlung von Flugtaxis eine Option. Voraussetzung dafür ist allerdings auch der Bau entsprechender Infrastruktur. So wird in München beispielsweise der Bau eines neuen Hauptbahnhofs geplant. Aktuellen Planungen zufolge könnte dieser Ende der 2020er Jahre fertiggestellt werden und soll den Wünschen der Landesregierung zufolge auch einen Landeplatz für Flugtaxis beinhalten. Bei solchen und ähnlichen Projekten könnte die Expertise von Skyports zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Im Rahmen des Pilotprojekts „Urban Air Mobility“ soll zudem in 14 europäischen Städten der Einsatz von Flugtaxis getestet werden.

Auch in eine Weltraumfirma hat die Bahn schon investiert

Es handelt sich allerdings nicht um das erste Investment der Deutschen Bahn in Zukunftstechnologien. So gehört dem Konzern auch eine Beteiligung an dem kanadischen Startup Kepler Communications. Die Firma hat sich darauf spezialisiert, kleine Satelliten in den Weltraum zu befördern. Diese könnten unter anderem genutzt werden, um ein weltweites Kommunikationsnetzwerk unabhängig von den Masten der Mobilfunkanbieter aufzubauen. Gemeinsam mit dem amerikanischen Startup Hyperloop Transportation Technologies (HTT) wurde zudem bereits am Zug der Zukunft gearbeitet. Verglichen mit den jährlichen Investitionen in das Schienennetz und den normalen Fahrbetrieb sind die Summen, die die Deutsche Bahn in Startups steckt, allerdings noch extrem gering. Kritiker könnten zudem einwerfen, dass die Bahn zunächst einmal ihr tägliches Geschäft in den Griff kriegen sollte, bevor sie in futuristische Transportmöglichkeiten investiert.


Via: Deutsche Bahn

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