Die Deutsche Bahn ist ein gigantischer Konzern mit mehr als 300.000 Mitarbeitern. Um sich allerdings nicht vollständig im Tagesgeschäft zu verlieren und flexibel auf neue Entwicklungen reagieren zu können, wurde vor einiger Zeit die Beteiligungsfirma DB Digital Ventures ins Leben gerufen. Diese agiert unabhängig vom operativen Geschäft und konnte nun ein interessantes Investment verkünden: Die Bahn beteiligte sich an einer Finanzierungsrunde des kanadischen Startups Kepler Communications. Das Unternehmen hat mit dem klassischen Schienenverkehr zunächst einmal nichts zu tun. Stattdessen richtet es den Blick in Richtung Weltraum und will 140 Kleinsatelliten in eine erdnahe Umlaufbahn bringen. Diese wiederum sollen dann für ein weltweites Kommunikationsnetzwerk sorgen, das unabhängig von den Masten der Mobilfunkanbieter funktioniert.


Die gesamte Logistikbranche könnte profitieren

Die Maßnahme dient allerdings nicht dazu, die Funklöcher für den privaten Endnutzer zu schließen. Vielmehr stehen die Industrie und das Internet der Dinge im Vordergrund – also die digitale Vernetzung von Gütern und Maschinen. Diese lässt sich vergleichsweise leicht realisieren, wenn alle Objekte einen festen Standort haben – etwa innerhalb einer Fabrik. Deutlich schwieriger wird es aber, wenn eine dauerhafte Vernetzung von sich bewegenden Einheiten sichergestellt werden soll. Dies kann beispielsweise in der Logistik sinnvoll sein. Mit dem System von Kepler wäre es möglich, jederzeit in Echtzeit den aktuellen Standort eines Güterwaggons und den Zustand der darin enthaltenen Waren zu erfassen und diese Daten weltweit zur Verfügung zu stellen. Selbiges gilt für Güter, die mit dem Lastwagen oder per Schiff transportiert werden.


Das System soll 2022 einsatzbereit sein

Möglich wird ein solches auf Satelliten basierendes Kommunikationsnetzwerk auch, weil Transportflüge in den Weltraum immer günstiger werden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass einige Startups gegründet wurden, die sich speziell auf den Transport von Cubesats spezialisiert haben. Ein Beispiel dafür ist etwa die neuseeländische Firma RocketLab, die zukünftig entsprechende Raketen im Wochentakt produzieren möchte. Wie viel Geld die Deutsche Bahn in Kepler Communications investiert hat, wurde bisher nicht bekannt. Insgesamt konnte das Startup aber rund 21 Millionen Dollar einwerben. Die Fertigstellung des Kommunikationsnetzwerks ist aktuell für das Jahr 2022 geplant. Ab dann könnten auch die Logistikkunden der Deutschen Bahn von der neuen Technologie profitieren. Die Verbindungsgeschwindigkeit wird zwischen 1 und 40 MBit/s liegen.

Via: DB Digital Ventures

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1 Kommentar

  1. David Kummer BGE

    24. Oktober 2018 at 06:21

    Hm, wenn die Fima 21kk sammeln konnte, und 150 Sateliten ins All bringen will, das bis 2022, und der Raketenstart schon rund 5kk kostet, dann frage ich mich nicht nur wie klein die Satelitten sind, sondern wie der Zeit und Kostenplan eingehalten werden könnte/kann.

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