Die iranischen Autoritäten haben ein leicht zwiespältiges Verhältnis zur Nutzung des Internets und der sozialen Netzwerke. Während konservative Kreise dafür sorgen, dass Seiten wie Facebook oder Twitter gesperrt werden, setzt beispielsweise der reformorientierte Präsident Hassan Rohani regelmäßig Tweets in die Welt. Jetzt hat der stellvertretende Minister für Telekommunikation und Informationstechnologie, Nasrollah Jahangard, explizit westliche Firmen in das Land eingeladen. Einzige Bedingung: Sie müssten die kulturellen Werte und Gesetzes des Landes akzeptieren. Angeblich sollen sich bereits mehrere Unternehmen in Verhandlungen mit den iranischen Behörden befinden.


Intelligenter Filter soll illegale Inhalte erkennen

Begonnen hatte der Iran mit der Sperrung der sozialen Netzwerke während der Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad 2009. Im November des vergangenen Jahres kündigte Telekommunikationsminister Mahmoud Vaez zudem an, dass das Land innerhalb der nächsten sechs Monate einen „intelligenten Filter“ entwickeln werde. Dieser solle dann in der Lage sein, Inhalte zu sperren, die das Regime für illegal hält. Nähere Details zu diesem Projekt wurden bisher aber nicht bekannt.


40 Millionen Internetnutzer im Iran

Für die westlichen Internetunternehmen stellt der Iran dennoch einen potentiell wichtigen Markt dar. Von den rund 78 Millionen Einwohnern des Landes nutzen immerhin gut 40 Millionen regelmäßig das Internet. Bevor allerdings Google, Facebook und Co tatsächlich offiziell im Iran tätig werden dürfen, müssten erst die Verhandlungen über das Atomprogramm des Landes zu einem erfolgreichen Abschluss kommen. Solange dies nicht geschehen ist, drohen die Firmen sonst mit ihren Aktivitäten gegen die von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen zu verstoßen.
Firmen aus anderen Ländern scheinen diese Probleme nicht zu haben. Nach Angaben des stellvertretenden Ministers Jahangard hätten einige Firmen die Bedingungen des Regimes bereits akzeptiert und würden nun die technischen Vorbereitungen treffen, um im Iran aktiv zu werden. Konkrete Namen wollte der Politiker allerdings nicht nennen.

Quelle: Phys

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