Beim Transport von Impfstoffen ist es oftmals wichtig, die Kühlkette aufrecht zu erhalten. Bei zu hohen Temperaturen verliert der Wirkstoff ansonsten seine Wirkung. In Deutschland ist dies natürlich kein großes Problem: Die Apotheken haben ein entsprechendes Liefernetz aufgebaut. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern ist dies jedoch ein Hemmnis bei Impfkampagnen – insbesondere in abgelegenen Gebieten ohne große Infrastruktur. Der britische Student Will Broadway hörte auf einer Reise nach Asien von dieser Problematik und entwickelte anschließend eine clevere Lösung: Einen Kühlrucksack, der für rund dreißig Tage eine Temperatur zwischen zwei und acht Grad Celsius garantiert. Dies Besonderheit dabei: Dies geschieht, ohne dass währenddessen eine Steckdose oder eine externe Energieversorgung benötigt wird.


Bis zu 1,5 Millionen Menschenleben könnten gerettet werden

Experten zeigten sich von der Neuentwicklung dabei durchaus begeistert. So erhielt Broadway in diesem Jahr den James Dyson Award. Dieser wird an Studenten verliehen, die mit ihren Erfindungen ein konkretes Problem lösen. Einige Schätzungen gehen dabei davon aus, dass durch eine Verbesserung der Kühlkette bei der Lieferung von Impfstoffen weltweit jährlich rund 1,5 Millionen Menschenleben gerettet werden können. Broadway hat bereits angekündigt, dass er seine Erfindung nicht mit einem Patent schützen wird. Vielmehr geht es ihm darum, so viele Länder und Regionen wie möglich mit seinem Kühlrucksack auszustatten – und zwar so günstig wie möglich.


Die Idee ist an eine Erfindung von Albert Einstein angelehnt

Theoretisch sind dabei natürlich noch zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten für den Isobar denkbar. Der Erfinder selbst denkt beispielsweise an den Transport von Blutproben oder sogar von Spenderorganen. Aber natürlich ließe sich die Technologie auch außerhalb des medizinischen Bereichs vermarkten. Camper und Wanderer beispielsweise könnten ebenfalls erhebliches Interesse an einem autarken und leicht zu transportierenden Kühlsystem haben. Die Idee zur Kühlung hat Broadway dabei übrigens einem der ganz großen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts entlehnt: Albert Einstein ließ sich bereits 1906 ein autarkes Kühlsystem namens Icyball patentieren. Dieses nutzte ebenso wie der nun entwickelte Isobar Ammoniakdampf zur Kühlung. Der Icyball geriet aber Ende der 1920er Jahre in Vergessenheit und erhält erst jetzt eine späte Renaissance.

Via: BBC

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    14. September 2016 at 02:32

    Nun ja, es scheint eher, daß auch hier der „Plagiator“ Einstein aktiv war: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_05_02_waermeenergie_2.htm#Neuartige_Kuehlsysteme

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