Das Thema Organspende wird in Deutschland aktuell intensiv diskutiert. Tatsächlich gibt es in diesem Bereich einen interessanten Widerspruch. So befürwortet in Umfragen eine Mehrheit der Bevölkerung die Organspende. Den dafür notwendigen Spenderausweise füllt aber nur eine Minderheit aus. Daher wird nun über eine sogenannte Widerspruchslösung nachgedacht. Zukünftig wäre dann jeder, der nicht ausdrücklich widerspricht, automatisch ein Spender. Langfristig könnte die Thematik aber auch wieder an Bedeutung verlieren. Denn Forscher aus aller Welt arbeiten daran, Organe künstlich herzustellen. Ein Durchbruch könnte nun in Israel gelungen sein: An der Universität Tel Aviv haben Forscher ein menschliches Herz am 3D-Drucker produziert. Noch allerdings arbeiten die Zellen noch nicht synchron. Oder anders ausgedrückt: Das Herz aus dem 3D-Drucker schlägt nicht.


Der Prototyp ist so groß wie das Herz eine Fötus

Zu Beginn des Experiments wurde einem Patienten per Biopsie Fettgewebe entnommen. Daraus wiederum gewannen die Forscher Stammzellen, die sich schließlich in die unterschiedlichen Bauteile des Herzens differenzierten. Erstmals konnte auf diese Weise ein komplettes Herz mit Zellgewebe und Blutgefäßen künstlich hergestellt werden. Noch ist der Prototyp allerdings lediglich so groß wie eine Kirsche. In einem speziellen Bioreaktor soll er nun erst einmal weiter wachsen. Die Ziele des Forschungsteams sind auf jeden Fall ambitioniert. In spätestens einem Jahr soll ein Herz aus dem 3D-Drucker bei Tierversuchen getestet werden. Die beteiligten Wissenschaftler räumen aber auch ein: Bis tatsächlich künstliche Organe beim Menschen eingepflanzt werden können, dürften noch Jahre – oder sogar Jahrzehnte – vergehen.

Das Immunsystem reagiert bei künstlichen Organen im Idealfall nicht

Grundsätzlich haben Organe aus dem 3D-Drucker zwei große Vorteile. Zum einen können sie aus dem Gewebe des Patienten entstehen. Dadurch werden die bei Organspenden problematischen Abstoßungsreaktionen des Immunsystems verhindert. Im besten Fall müssen die Empfänger der künstlichen Organe dann dauerhaft keine Medikamente schlucken. Der zweite Vorteil liegt darin, dass die gedruckten Organe exakt auf die Größe und das Alter des Patienten zugeschnitten werden können. In diesem Punkt ist die Forschung schon vergleichsweise weit. Allerdings gilt das Druckverfahren für die Organe auch nicht als die große Herausforderung. Diese besteht stattdessen darin, die Zusammenarbeit der einzelnen Zellen so zu programmieren, dass damit tatsächlich menschliche Organe ersetzt werden können.


Via: CNN

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