Den Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge werden im Jahr 2050 66 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Die städtischen Bewohner mit frischem und lokalem Gemüse zu versorgen, ist dabei in der Regel gar nicht so einfach. Denn in der Großstadt ist es nicht möglich, einen Acker anzulegen und frisches Gemüse anzubauen. Eine Lösung für die Problematik ist das sogenannte Urban Gardening. Dabei werden frei Flächen genutzt, um mithilfe spezieller Anbaumethoden eine möglichst nachhaltige und effiziente Form des Gemüseanbaus zu praktizieren. So wird inzwischen beispielsweise am John-F.-Kennedy-Flughafen in New York frisches Gemüse angebaut. Im israelischen Tel Aviv hingegen wird nun die Dachfläche einer Shopping Mall für den Anbau von lokalen Nahrungsmitteln genutzt.


© Lucy Wang
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Die Ernte ist doppelt so hoch wie bei konventionellem Anbau

Entwickelt und umgesetzt wurde das Projekt durch die Firma LivinGreen in Zusammenarbeit mit dem Dizengoff Einkaufscenter. Die Pflanzen werden dabei nicht in die Erde gepflanzt, sondern wachsen als sogenannte Hydrokulturen auf – die Wurzeln schwimmen also in einer Nährstofflösung und nehmen so die benötigten Stoffe auf. Auf diese Weise wird nicht nur das Gewicht der Farm reduziert, sondern es wird auch weniger Wasser verbraucht. Gleichzeitig verdoppelt sich der Ernteertrag verglichen mit konventionellen Anbaumethoden in etwa. Im Falle der israelischen Dachfarm bedeutet dies: Auf 750 Quadratmetern können jeden Monat rund 10.000 Pflanzen geerntet werden – und zwar das ganze Jahr hindurch.

Die Auslieferung der Ware verläuft klimaneutral

Das lokal angebaute Gemüse wird anschließend zum Teil direkt in der darunter liegenden Mall verkauft. Geschäfte und Restaurants können aber auch frisches Gemüse bestellen und bekommen dieses dann per Fahrradbote geliefert. Auf diese Weise entstehen auch bei der Auslieferung der Ware keine unnötigen Klimaemissionen. Zusätzlich finden in der Dachfarm auch immer wieder öffentliche Veranstaltungen statt, in denen das Konzept des Urban Gardening bekannt gemacht werden soll. Wer dann selbst einmal zum städtischen Gärtner werden möchte, kann dies problemlos tun. LivinGreen hat ein System entwickelt, mit dem jeder zu Hause eigene Hydrokulturen anbauen kann. Auch bei Ikea ist inzwischen ein ähnliches Produkt erhältlich.


Via: Inhabitat

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