Zinnien zum Blühen zu bringen ist eigentlich keine große Kunst. In Nordamerika beispielsweise wird die Blume oft als einjährige Zierpflanze in öffentlichen Gärten eingesetzt. Doch was auf der Erde ein Kinderspiel ist, kann auf der Internationalen Raumstation ISS schon eine enorme Herausforderung sein. So schien der erste Versuch Zinnien im Weltall wachsen zu lassen, dann auch zum Scheitern verurteilt. Ende des vergangenen Jahres deutete alles darauf hin, dass die Pflanzen sterben würden, bevor sie ihre volle Blüte erreicht hatten. Dann allerdings übernahm der Astronaut Scott Kelly die Pflege der Blumen und konnte nun per Twitter einen Erfolg vermelden: Die Zinnien blühen in voller Pracht.


Auf der ISS blüht eine Zinnie
Via: Twitter Copyright: Scott Kelly

Die Zucht von Zierpflanzen könnte der Psyche der Astronauten helfen

Die Verbesserung gelang ihm dabei durch eine gezielte Bewässerung und den Einsatz eines Ventilators, der die Blätter der Pflanzen trocken halten sollte. Einige Pflanzen starben zwar trotzdem, ein Teil aber erholte sich und wurde zu den ersten blühenden Zierpflanzen auf der Raumstation. Was auf den ersten Blick wie eine Spielerei erscheint, hat einen durchaus ernst zu nehmenden Hintergrund. Denn einerseits ist die Fähigkeit, Pflanzen im Weltall anzubauen, essentiell, um später beispielsweise eine autonome Marsstation zu errichten. Auf der anderen Seite gilt die Pflege von Zierpflanzen aber auch als potentielle Beschäftigungstherapie für Astronauten, um der Langeweile und der Gefahr eines Lagerkollers entgegenzuwirken.

Als nächstes ist der Anbau von Tomaten geplant

Salatköpfe wurden dabei bereits im vergangenen August auf der Raumstation erfolgreich geerntet und anschließend verspeist. Die Pflege von Zierpflanzen mit Blüte ist allerdings deutlich komplexer, weil die Lichtverhältnisse und die sonstigen Umwelteinflüsse deutlich penibler kontrolliert und gesteuert werden müssen. Als nächstes ist nun geplant, im Jahr 2017 mit dem Anbau von Tomaten im Weltall zu beginnen. Gelingt dies wie geplant, wäre dies ein wichtiger Schritt hin zu einer autonomen Essensversorgung im Weltall. Immerhin könnte man dann dort bereits einen mit Tomaten angereicherten Gartensalat produzieren.


Via: Popsci

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.