Eine neue Waffe gegen Mosquito-Stiche ist in Sicht. Die Insekten haben offenbar ein Gedächtnis für bestimmte Gerüche, haben US-Forscher Festgestellt. Clément Vinauger, Biochemiker an der Fakultät für Agrar- und Biowissenschaften am Virginia Polytechnic Institute and State University in Blacksburg und seine Biochemie-Kollegin Chloé Lahondère experimentierten mit Aedes aegypti Mosquitos, die auch Gelbfiebermücken genannt werden. Andere Insekten aus dieser Familie sorgen für Infektionen mit gefährlichen Krankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria.


Foto: KILEY RIFFELL

Es liegt nicht an „süßem Blut“

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Insekten Gerüche meiden, die für sie mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden sind. Potenzielle Futtergeber, die mit der Fliegenklatsche um sich schlagen oder andere Abwehrmaßnahmen ergreifen, werden von den lästigen Insekten gemieden, egal wie „süß“ deren Blut ist. „Süßes Blut“ lockt laut Volksmund Blut saugende Insekten aller Art an.

Die Fähigkeit von Mosquitos, Beutemenschen nach ihrem Geruch als lohnend oder gefährlich einzuschätzen, könnte zur Entwicklung von neuen Abwehrmechanismen gegen die gefährlichen Plagegeister führen, meinen die Forscher. „Leider wissen wir nicht genau, was Mosquitos an bestimmten Personen anziehend finden“, sagt Lahondère. „Menschengeruch besteht aus einem einzigartigen molekularen Cocktail aus mehr als 400 Substanzen.“ Daraus die richtigen herauszufinden ist die nächste Aufgabe.


Mosquitos mögen keine Vibrationen

In einer Flugkammer setzten sie einzelnen Insekten bestimmten menschlichen Gerüchen aus. Manchmal verbanden sie damit unangenehme Begleiterscheinungen wie heftiges Vibrieren. 24 Stunden später wiederholten sie die Tests. Die Gerüche, die anfangs mit Vibrationen verbunden waren, mieden die Mosquitos, auch wenn die Vibrationen ausblieben.

Die Ursache dafür fanden die Forscher mit einem schier unglaublichen Versuch heraus. Sie verpassten weiblichen Insekten einen Datenhelm, der Gehirnströme registriert und bestimmten Regionen zuordnet. Sie stellten fest, dass die die Segmente, die Gerüche verarbeiten, von Dopamin beeinflusst werden, das auch als Glückshormon bezeichnet wird. Das half bei der Katalogisierung der Düfte in angenehm und unangenehm. „Wir könnten die Fähigkeit der Mosquitos, Gerüche zu erlernen, zu unserem Vorteil nutzen“, sagt Vinauger.

via EurekaAlert

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