Das kleine Dorf Polla im Süden Italiens hat lediglich gut 5.000 Einwohner. Schon seit einiger Zeit betreibt Michele Gentile dort ein Literaturcafe mit angeschlossenem Buchladen. In dem kleinen Städtchen selbst und der unmittelbaren Umgebung ist er daher eine bekannte Person. Doch in den letzten Tagen erreichten ihn Anfragen aus der ganzen Welt. Sogar der altehrwürdige Nachrichtensender CNN berichtete über Gentile. Was war passiert? Der Ladenbesitzer hatte zwei grundlegende Probleme beobachtet und diese zu einer pfiffigen Lösung kombiniert. So machte ihm zum einen die Tatsache zu schaffen, dass Kinder immer seltener Bücher lasen. Zum anderen beschäftige ihn die starke Umweltverschmutzung durch Plastikmüll und Aluminiumdosen.


Die Idee soll sich im ganzen Land verbreiten

Seine Lösung: Kinder können in seinem Laden leere Plastikflaschen und Coladosen abgeben und erhalten im Gegenzug ein kostenloses Buch. „Mein Ziel ist es, die Leidenschaft und Liebe für Bücher bei denen in Italien zu wecken, die sonst nicht regelmäßig lesen und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt zu tun“, erklärt Gentile den Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion. Er weiß aber natürlich auch, dass es sich nur um einen Tropfen auf den heißen Stein handelt. Dennoch bleibt er optimistisch: „Ich hoffe, dass diese Initiative sich viral verbreitet und das ganze Land beeinflusst.“ Zumindest hat die Aktion schon einmal für jede Menge Aufmerksamkeit gesorgt und möglicherweise den ein oder anderen für die Problematik sensibilisiert.


Das „aufgeschobene Buch“ knüpft an lokale Traditionen an

Allerdings kann es sich der Ladenbesitzer auch nicht leisten, Bücher zu verschenken. Er hat sich daher ein cleveres System einfallen lassen, das von dem in Neapel üblichen „aufgeschobenen Kaffee“ inspiriert wurde. Der Hintergrund: Dort können Kunden einen Kaffee bestellen und zwei bezahlen. Das zweite Getränk wird dann nicht sofort serviert, sondern später an jemanden ausgeschenkt, der es sich sonst nicht leisten könnte ein Cafe zu besuchen. Auf Gentiles Buchladen übertragen bedeutet dies: Käufer dort bezahlen teilweise ein Buch mehr als sie mitnehmen und füllen so den Fundus für die Kinder mit den Plastikflaschen und Aludosen. Mit Erfolg: Pro Tag verschenkt der Buchladenbesitzer bis zu sechzig Bücher – und entsorgt entsprechend viel Müll.

Via: Treehugger

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