In der Höhle der Löwen kann es nicht schaden, wenn man neben guten Zahlen auch eine interessante Gründungsgeschichte zu bieten hat. Die aus Bonn stammende Gründerin Julia Huthmann dürfte in diesem Bereich auf jeden Fall punkten können. Denn ihre Geschäftsidee entstand, während sie mit ihrem Mann drei Jahre lang in Sri Lanka lebte. Dort bestellte sie ein vegetarisches Curry und hatte sofort einen Verdacht: Hatte die Köchin Fleisch in ihr Gericht getan? Klärung schließlich brachte ein Besuch in der Küche. Dort bekam die junge Deutsche eine Frucht präsentiert, die reich an Ballaststoffen, aber arm an Fett und Kalorien ist: Die Jackfrucht. Die Besonderheit besteht zudem in der Konsistenz, die klassischem Fleisch ähnelt. Dadurch könnte die Frucht zu einem idealen vegetarischen Ersatzprodukt werden.


Dieses Produkt präsentiert „Jacky F. in der Höhle der Löwen

In Sri Lanka ist der Bedarf in diesem Bereich allerdings nicht besonders hoch. Die Vegetarier des Landes essen lieber anderes Obst und Gemüse. Ein Großteil der dort sehr gut wachsenden Pflanzen wird daher oftmals gar nicht erst geerntet, weil die Nachfrage zu gering ist. In Deutschland allerdings boomen Produkte wie vegetarische Wurst und ähnliche Ersatzprodukte. Unmittelbar nach der Rückkehr in ihr Heimatland gründete Huthmann daher die Firma „Jacky F.“, die sich auf den Import und Vertrieb der Jackfrucht spezialisiert hat. Allerdings werden keine rohen Früchte eingeführt, sondern das Fruchtfleisch wird in Salzlake und Limettensaft konserviert und in Dosen verkauft. Daraus lassen sich dann wiederum beispielsweise Frikadellen formen, die bei entsprechender Würzung auch so ähnlich wie Fleischklöpse schmecken sollen.


Der Anbau der Jackfrucht von „Jacky F.“ geschieht in Bio-Qualität

Wer möchte kann die Frucht aber auch einfach unbehandelt essen. Den Angaben der Gründerin zufolge schmeckt sie dann ein wenig wie eine milde Artischocke. Es bleibt abzuwarten, ob in der Höhle der Löwen entsprechende Häppchen gereicht werden. Wie immer bei Importen aus Schwellen- und Entwicklungsländern stellt sich aber auch hier die Frage nach den Produktionsbedingungen vor Ort. Deshalb legt Huthmann wert darauf, dass alle Früchte in Bio-Qualität angebaut werden. Der übermäßige Einsatz von Pestiziden wird dadurch ausgeschlossen. Die Unternehmerin setzt sich zudem auch für eine nachhaltige Produktion und faire Löhne vor Ort ein. Letztlich ist sie aber natürlich auch nur für den Import der Früchte verantwortlich und betreibt keine eigenen Jackfrucht-Plantagen. Dies ist auch mit dem Geld der Löwen nicht geplant.

Frank Thelen ist der Food-Investor in der Höhle der Löwen

Vielmehr wurde das Unternehmen bisher ausschließlich aus Eigenkapital und dem bereits generierten Geldfluss finanziert. Nun aber stehen die nächsten großen Schritte an. So sollen ausländische Märkte ins Visier genommen und verstärkt Restaurantbetriebe beliefert werden. Dafür wird zusätzliches Kapital benötigt. In der Höhle der Löwen bietet die Unternehmerin daher folgenden Deal an: 260.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Einen Lieblingslöwen hat sie bisher noch nicht benannt. In den vergangenen Staffeln hat sich überraschenderweise aber vor allem Frank Thelen als Investor für Food-Startups in Szene gesetzt. Er besitzt inzwischen beispielsweise Anteile an Lizza und Little Lunch. „Jacky F.“ könnte da ganz gut ins Portfolio passen. Aber auch Judith Williams als Vegetarierin dürfte interessiert sein.

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