Volkswagen hat angekündigt, in den nächsten Jahren weltweit zum Marktführer in Sachen Elektromobilität aufsteigen zu wollen. Als größter Konkurrent dürfte sich dabei kein andere traditionsreicher Autohersteller erweisen, sondern der kalifornische Elektro-Pionier Tesla. Eine wichtige Rolle bei diesem Zweikampf wird der chinesische Markt spielen. Denn schon heute werden im Reich der Mitte mehr Elektroautos verkauft als in jedem anderen Land der Welt. Da wundert es nicht, dass Tesla und Volkswagen dort viel Geld investieren. So errichtete der US-Autobauer in der Nähe von Shanghai eine eigene Gigafactory. Volkswagen wiederum betreibt schon seit vielen Jahren Fabriken in China – wenn auch zumeist mit einheimischen Partnern. Um in Sachen Elektromobilität aber voll durchzustarten, ist der Zugriff auf Batterien von entscheidender Bedeutung.


Bild: Eckart Egger

VW baut im Osten des Landes bereits Elektroautos

Branchenkenner berichten daher, dass der VW-Konzern beim chinesischen Batterie-Produzenten Guoxuan High-tech Co Ltd einsteigen möchte. Demnach wird eine Beteiligung von zwanzig Prozent angestrebt, wodurch Volkswagen zum zweitgrößten Anteilseigner würde. Guoxuan sitzt in der chinesischen Stadt Hefei im Osten des Landes. Dies ist durchaus praktisch, weil VW dort mit dem einheimischen Partner JAC Motor in einer Fabrik Elektroautos baut. Die Hoffnung der Manager des deutschen Konzerns ist es nun, durch den Einstieg bei einem Batterie-Produzenten, die elementaren Lieferketten besser kontrollieren zu können. Preiswert dürfte der Kauf der Anteile allerdings nicht werden. Aktuell wird Guoxuan an der Börse mit umgerechnet 2,8 Milliarden Euro bewertet. Daraus ergäbe sich ein Kaufpreis in Höhe von 560 Millionen Euro. Volkswagen hofft allerdings, die Anteile im Rahmen einer Privatplatzierung ein wenig günstiger erwerben zu können.

Auch in Europa hat Volkswagen bereits eine Beteiligung erworben

Mittelfristig soll dieses Geld dann durch den Verkauf von Elektroautos in China wieder eingespielt werden. So ist geplant, ab dem Jahr 2025 jährlich 1,5 Millionen Fahrzeuge mit Elektroantrieb alleine im Reich der Mitte zu verkaufen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr brachte Volkswagen 80.000 entsprechende Autos an den Mann – und zwar weltweit. Auch in Europa hat sich Volkswagen bereits an einem Batteriehersteller beteiligt. Die schwedische Firma Northvolt will die größte Batterie-Fabrik des Kontinents errichten und gehört mittlerweile zu zwanzig Prozent dem Volkswagen-Konzern. Außerdem haben die Wolfsburger auch eigene Expertise aufgebaut. In Salzgitter beispielsweise ist eine Pilot-Fertigungslinie zur Herstellung von Batteriezellen entstanden. Durch diese Doppelstrategie aus strategischen Beteiligungen und eigener Produktion soll sichergestellt werden, dass dieser Teil der Wertschöpfung für Volkswagen nicht völlig verloren geht.


Via: FAZ

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