Grundsätzlich bringen autonome Autos ein enormes Potential in Sachen Sicherheit mit sich. Denn der Großteil der Unfälle heute wird durch menschliche Fahrfehler verursacht. Diese können durch den Einsatz der Technik quasi ausgemerzt werden. Dafür treten allerdings auch neue Probleme auf. Denn autonome Autos können zwar untereinander kommunizieren, nicht aber mit anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern. Bisher läuft die Kommunikation zwischen Fußgängern und Autofahrern weitgehend über intuitive Codes an. Verlangsamt etwa ein Autofahrer vor dem Zebrastreifen ein wenig die Geschwindigkeit, weiß der Fußgänger, dass er gesehen wurde und kann beruhigt die Straße überqueren. Für autonome Autos hingegen ist es schwer, solche im kollektiven Gedächtnis eingespeicherten Rituale zu erlernen oder nachzuahmen.


Ein Blick des Fußgängers genügt

Der Autobauer Jaguar hat daher ein System entwickelt, bei dem jeder intuitiv erkennen kann, was das autonome Fahrzeug als nächstes macht. Tatsächlich ist die gefundene Lösung simpel und wirkungsvoll in einem. So wirft das Auto mehrere helle Streifen auf die Fahrbahn vor sich. Biegen sich diese Streifen auf eine Seite, wird ein Spurwechsel oder ein Abbiegevorgang angezeigt. Der Abstand zwischen den einzelnen Streifen wiederum signalisiert die Geschwindigkeit. Wird das Lichtbild also insgesamt kleiner, verringert sich auch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Die Funktionsweise des Systems muss aber gar nicht groß erläutert werden, weil die Fußgänger es intuitiv verstehen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer wissen so mit einem Blick, was das Auto vorhat und ob die Straße sicher überquert werden kann.


Noch sind einige Fragen offen

Bis zu einer Markteinführung sind allerdings noch einige Fragen zu klären. So ist etwa noch unklar, ob das System auch bei widrigen Wetterbedingungen funktioniert. Bei Schnee etwa könnten die hellen Streifen auf der Fahrbahn nur schwer zu erkennen sein. Auch bei starkem Regen sind möglicherweise Probleme zu erwarten. Wichtig wäre zudem, dass möglichst viele Hersteller sich auf ein System einigen, um mit menschlichen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren. Bisher ist noch nicht bekannt, ob Jaguar sich die Technik patentieren lassen will oder sie als Branchenstandard etablieren möchte. Ein Vorbild für letztere Variante gab es in der Geschichte des Automobils bereits: Volvo entwickelte einst den Dreipunktgurt – und stellte die Erfindung allen Autobauern zur Verfügung.

Via: Engadget

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