Einer aktuellen Studie zufolge wirkt sich jahrelange Schichtarbeit nicht nur positiv auf die Anfälligkeit für Geschwüre, Krebs und Herzkrankheiten aus, sondern führt auch zu einem rapiden Abbau der Denk- und Gedächtnisleistung. Untersucht wurden 3000 Berufstätige aus Südfrankreich, die in den Jahren 1996, 2001 und 2006 mehrere Tests durchliefen und teilweise unregelmäßigen Arbeitszeiten ausgesetzt waren.


Gehirn
Foto: Gedächtnisleistung Ranveig mri. jpgCC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Schichtarbeit macht krank und verringert die Gedächtnisleistung

Menschen die mehr als zehn Jahre lang unregelmäßigen Arbeitszeiten nachgingen, müssen mit einem deutlichen Abbau der kognitiven Fähigkeiten rechnen. Die zusätzliche Belastung aufgrund der Schichtarbeit, was den Schlafrhythmus, die Ernährung und dergleichen betrifft, lässt Menschen die in Schichten und bei Nacht arbeiten im Durchschnitt um sechseinhalb Jahre schneller altern. Die Erkenntnisse der aktuellen Studie wurden in der US Fachzeitschrift „Occupational and Environmental Medicine“ niedergeschrieben. Laut dem Studienleiter Jean-Claude Marquié vom Forschungsinstitut CNRS in Toulouse dauert es mindestens fünf Jahre, bis sich die Arbeiter nach dem Ausscheiden aus dem Schichtdienst wieder erholt haben. Schließlich plädieren die Experten für eine besondere Betreuung von Schichtarbeitern.

Experten fordern medizinische Betreuung der Schichtarbeiter

Im Rahmen der Tests durchliefen die Probanden mehrere Stationen. Untersucht wurden unter anderem die kognitiven Fähigkeiten, wie etwa die Leistung des Lang- und Kurzzeitgedächtnis als auch die Reaktionsfähigkeit und das Denkvermögen. Zu Beginn der Untersuchungen also 1996 waren die Probanden zwischen 32 und 62 Jahre alt. Die Hälfte arbeitete dabei in Schichten. Weitere Studien werden zu diesem durchaus brisanten Thema noch folgen. Jean-Claude Marquié setzt sich verstärkt für eine besondere medizinische Betreuung von Schichtarbeitern ein. Dabei betont der Experte, dass bereits kleine Änderungen wie etwa ein Arbeitsbeginn um 6 Uhr statt 4 Uhr morgens positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeiter mitbringen würde. Arbeitnehmer-freundlichere Dienstpläne seien ein weiterer Punkt, der künftig berücksichtigt werden sollte.


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