Am 01. Januar 2002 eilten viele Menschen bereits unmittelbar nach Mitternacht zu den Bankautomaten. Der Grund war simpel: Erstmals wurden dort die neuen Euro-Geldscheine ausgegeben. Ganz so einschneidende Veränderungen wird es beim diesjährigen Jahreswechsel zwar nicht geben – dennoch stehen im nächsten Jahr sieben nicht ganz unwichtige Veränderungen an:


1. Die LKW-Maut wird erhöht

Schon seit längerem wird beklagt, dass die Einnahmen aus der LKW-Maut nicht die tatsächlich anfallenden Kosten abdecken. Im vergangenen Jahr reagierte die Politik daher erstmals und weitete die Gebührenpflicht auch auf Bundesstraßen aus. Ab dem neuen Jahr werden zudem auch die durch schwere Laster verursachten Straßenschäden und die Lärmbelästigung mit eingepreist. Die Folge sind deutlich höhere Mautsätze: Die Bundesregierung rechnet mit Mehreinnahmen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.

SMS in andere EU-Länder sollen deutlich günstiger werden

2. Mehr Zeit für die Steuererklärung

Trotz neuer Rekordeinnahmen findet auch in diesem Jahr keine wesentliche Steuerentlastung statt. Im Gegenzug werden aber auch – wie in den vergangenen Jahren schon – keine Steuersätze angehoben. Der Aufwand zur Erstellung der Steuererklärung dürfte sich daher nicht entscheidend verändern. Dennoch erhalten die Steuerzahler ab dem nächsten Jahr zwei Monate mehr Zeit. Wer seine Erklärung selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Juli abgeben. Bei einer Zusammenarbeit mit einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein verlängert sich die Frist sogar bis zum 29. Februar 2020.


3. Mehr Netto vom Brutto

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss bisher den bei fast allen Kassen anfallenden Zusatzbeitrag komplett selbst übernehmen. Ab dem nächsten Jahr erfolgt die Finanzierung hingegen wieder komplett hälftig. Für den Arbeitnehmer bedeutet dies: Weniger Abzüge vom Bruttolohn. Auch an die Arbeitslosenversicherung muss ein halber Prozentpunkt weniger abgeführt werden. An anderer Stelle erfolgt allerdings auch eine Erhöhung: Der Beitrag für die Pflegeversicherung steigt um 0,5 Prozent.

4. Das Recht auf Brückenteilzeit

Arbeitnehmer dürfen ab dem nächsten Jahr zeitlich befristet auf eine Teilzeitstelle wechseln. Anschließend muss der Arbeitgeber die Rückkehr auf einen Vollzeit-Arbeitsplatz ermöglichen. Allerdings gilt diese Vorschrift nur für vergleichsweise große Betriebe: Sie greift ab einer Mitarbeiterzahl von 15. Unternehmen mit weniger als 200 Arbeitnehmern müssen zudem nur einem von fünfzehn Angestellten die befristete Teilzeit ermöglichen.

5. Telefonieren wird günstiger

Die Roaminggebühren wurden von der EU-Kommission bereits abgeschafft. Nun soll auch das Telefonieren ins EU-Ausland günstiger werden. Die vom EU-Parlament bereits beschlossene Neuregelung sieht eine Deckelung von maximal 19 Cent pro Minute vor. SMS sollen sogar nur noch maximal sechs Cent kosten. In Kraft treten könnte die Regelung ab Mai.

6. Das Ende der TAN-Blöcke

Online-Banking erfreut sich in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit. Zu viele Menschen arbeiten allerdings noch mit den klassischen TAN-Blöcken auf Papier. Die Zweite Europäische Zahlungsdienste-Richtlinie stuft diese aber nicht mehr als sicher genug ein. Spätestens ab September müssen die Kunden daher auf eine andere Form der Autorisierung zurückgreifen – oder wieder den klassischen Überweisungsträger aus Papier ausfüllen.

7. Neue Pfandregeln

Die Frage, auf welche Getränke Pfand erhoben werden muss, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Klar ist aber: Im nächsten Jahr werden es wieder einige mehr sein. So fallen zukünftig unter anderem Frucht- und Gemüsenektare mit Kohlensäure, Mischgetränke mit einem Molkeanteil von über 50 Prozent und fast alle Energydrinks unter die Pfandpflicht. Händler müssen zudem deutlich sichtbar darüber informieren, ob es sich um eine Einweg- oder Mehrwegflasche handelt.

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